Bayern 2

radioWissen Aschermittwoch, Zeit der Umkehr?

Darstellung: Gemüse | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 06.03.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Fasten
Verzicht und innerer Gewinn?

Reue
Mehr als nur ein "tut mir leid!"

Das Kalenderblatt
6.3.1976
Anton Innauer bekommt als erster Skispringer fünfmal Bestnote
Von Johannes Roßteuscher
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Fasten - Verzicht und innerer Gewinn?
Autor: Johannes Marchl / Regie: Christiane Klenz
Der moderne Mensch fastet eigentlich schon immer. Sei es unfreiwillig, aus Mangel an Nahrung, oder absichtlich, was zumindest in den letzten zwei-, dreitausend Jahren viel häufiger gemacht wird. Der Grund ist einfach: Praktisch alle Religionen haben ihre Fastengeschichte. Jesus fastet 40 Tage in der Wüste, der Prophet Mohammed fastet in der Einsamkeit, und auch Gautama Buddha fastet, um Erleuchtung zu erlangen. Und viele Menschen tun es ihnen nach. Fasten - das ist zunächst einmal der freiwillige Verzicht auf Nahrung mit dem Ziel asketisch zu sein, Selbstkontrolle zu üben. Fasten wird ein unentbehrliches Ritual, mit dem Ziel auf der einen Seite einen seelischen Reinigungsprozess herbeizuführen, näher an seinen Gott zu rücken, aber auf der anderen Seite auch konzentrierter zu werden, offener in der Wahrnehmung. Nicht umsonst meint der frühe christliche Schriftsteller Tertullian: "Ein abgemagerter Körper wird das schmale Himmelstor leichter durchschreiten“. Und auch wenn sich seit dem 16. Jahrhundert Fasten immer stärker aus dem religiösen Zusammenhang befreit, stärker den gesundheitlichen Aspekt in den Vordergrund stellt oder auch dem bloßen Abnehmen dient: Fasten gehört bis heute zu unserem Leben, zur Evolution des Menschen.

Reue - Mehr als nur ein "tut mir leid!"
Autorin: Sylvia Schopf / Regie: Axel Wostry
"Ich bin über mich selbst erschrocken, dass ich einen so schlimmen Fehler gemacht habe", erklärte Margot Käßmann, nachdem sie mit Alkohol am Steuer von der Polizei gestoppt worden war. Die damalige evangelische Landesbischöfin gestand umgehend ihren Fehler öffentlich ein, übernahm die Verantwortung für ihr Handeln und trat kurz darauf auch von ihrem Amt zurück. Auch Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg trat nach massiven Plagiatsvorwürfen in seiner Doktorarbeit von seinem Amt zurück. Doch anders als im Falle Käßmann nahm man dem smarten Politiker sein formuliertes "Reuebekenntnis" nicht ab. Warum eigentlich nicht? Echte und falsche Reue: Woran kann man sie erkennen? Und: Was ist überhaupt "Reue"? Die Justiz kennt den Begriff ebenso wie Psychologie, Philosophie und auch die vier großen Weltreligionen. Welche Bedeutung hat Reue für den Einzelnen und das gesellschaftliche Zusammenleben und wie notwendig ist sie, damit Veränderungen möglich sind? Welche Rolle spielen dabei das (schlechte) Gewissen, Schuldgefühle, Buße, Sühne und Beichte?

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

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