Bayern 2

     

radioWissen Michail Bulgakow und Satire in Russland

Darstellung: Michail Bulgakow | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 22.01.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Michail Bulgakow
Der Meister der Groteske

Satire aus Russland
Ilf und Petrow

Das Kalenderblatt
22.1.1633
Borromini wirft Arbeit am Petersdom hin
Von Prisca Straub
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Michail Bulgakow - Der Meister der Groteske
Autorin: Christiane Hamel / Regie: Martin Trauner
Michail Bulgakows Roman „Meister und Margarita“ ist der erfolgreichste russische Roman des 20. Jahrhunderts. In der Sowjetunion konnte die Geschichte des Teufels Woland und seines Gefolges, die in Moskau ihr Unheil treiben, erst 1966 erscheinen, 20 Jahre nach dem Tod des Schriftstellers. Und auch nur mit einem erheblichen Schönheitsfehler: Rund 13 Prozent des Textes waren zensiert. Es ist ein sprunghafter, wüster, unglaublich komischer und mystischer Roman, der all das zusammenfasst, was auch Bulgakows Leben ausgemacht hat. Der Schriftsteller, der der sich mit seinen Satiren ganz der sowjetische Realität verschrieben hatte, musste sein Leben lang um Anerkennung kämpfen und schrieb mehrere Bittbriefe ausgerechnet an Stalin, der ja doch sein Kerkermeister war. Eine teuflische Konstellation, aus der allein die Literatur einen Ausweg schaffen konnte.

Satire aus Russland - Ilf und Petrow
Autor: Ulrich Zwack / Regie: Eva Demmelhuber
Wer sich z.B. noch an den freudlos grauen Muff der Breschnew-Ära erinnern kann, mag kaum glauben, dass es in der Sowjetunion auch Zeiten gegeben hat, in denen die Satire blühte. Und das selbst während der Schreckensherrschaft Stalins. Ein gutes Beispiel dafür ist das Autoren-Duo Ilja Arnoldovich Fainsilberg und Jewgeni Petrowitsch Katajew. Unter den Pseudonymen Ilf und Petrow schrieben sie zusammen vor allem die Schelmenromane "Zwölf Stühle" und "Das goldene Kalb". Hauptfigur in beiden ist ein Hochstapler, der nach Besitz und Reichtum strebt und dabei den Bürokratismus, die Mangelwirtschaft und gesellschaftliche Tristesse in der Sowjetunion ad absurdum führt. Die beiden Autoren begaben sich auch gemeinsam auf eine ausgedehnte USA-Reise. Ihre beim "Klassenfeind" gesammelten Eindrücke veröffentlichten sie 1937 und schilderten dabei so manche amerikanische Gewohnheit und Errungenschaft durchaus positiv, ohne dass sie dafür in der Heimat je behelligt worden wären. Im Gegenteil. Die beiden blieben so beliebt, dass 1982 sogar ein neu entdeckter Kleinplanet nach ihnen benannt wurde.

Moderation: Kristina Thiele
Redaktion: Andrea Bräu

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