Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Immergrün und Kerzenlicht

Darstellung: Kerze | Bild: colourbox.com

Montag, 14.01.2019
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Geschichte der Kerze
Walrat, Unschlitt und Wachsschnäuzer

Die Tanne
Immergrün und vielbesungen

Das Kalenderblatt
14.1.1690
Johann Christoph Denner entwickelt Klarinette
Von Marius Mähner
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Geschichte der Kerze - Walrat, Unschlitt und Wachsschnäuzer
Autorin: Regina Fanderl / Regie:
Was wären Advent und Weihnachten ohne Kerzen? Unvorstellbar! Seit Wochen stapelt sich in den Kauf- und Einrichtungshäusern neben den allzeit bereit gehaltenen Haushaltskerzen die wichtigste und unentbehrlichste Deko in der „staadn Zeit“. In allen Farben, Größen und Duftnoten - aus wertvollem Honigwachs oder preiswe rtem Paraffin hergestellt, verzaubern Kerzen unsere Wohnzimmer und sorgen für eine gemütliche Atmosphäre. Zum Deko-Objekt wurden sie allerdings erst im 20. Jahrhundert. In stromlosen Zeiten waren sie den Kirchen und Herrschaftshäusern vorbehalten. Die einfachen Leute mussten sich mit Kienspänen oder so genannten Unschlittkerzen aus Hammel - oder Rindertalg zufriedengeben, die grauenvoll stanken und obendrein heftig rußten. Auch der Walrat, eine fettige Substanz aus dem Kopf des Pottwales, war nicht wohlriechend. Die Knappen in den Silberbergwerken von Tirol bekamen Schnaps verabreicht, damit sie den Gestank des Talglichts ertrugen.

Die Tanne - Immergrün und vielbesungen
Autorin: Christiane Köhler / Regie: Christiane Klenz
Nutzholz hat sie den Menschen bereits in der jüngeren Steinzeit geliefert. Aber auch in späteren Zeitaltern der Erdgeschichte stand sie, weil ihr Holz keine Harzkanäle durchzieht und Feuchtigkeit besser als andere Baumarten verträgt, bei Böttchern, Schnitzern und Schiffsbauern hoch im Kurs. Die Rede ist von Abies alba, der Weißtanne, aus deren Holz auch die Fundamente von Amsterdam und Rotterdam gebaut sind. Von der Fichte lässt sich der Nadelbaum, der über 500 Jahre alt und mehr als 50 Meter hoch werden kann, leicht mit einem Blick nach oben unterscheiden: die Krone einer Tanne ist flach ausladend wie ein Storchennest, die Fichte dagegen läuft pyramidenförmig spitz zu. Weil sie aber empfindlicher als jede andere Waldbaumart auf schwankendes Klima und verunreinigte Luft reagiert, hat die Tanne den Ruf einer "Mimose". Ein weiteres Problem: Gerade junge Tannen sind beim Rehwild höchst beliebt. Was hilft da ihre Stärke, gerade im Jugendstadium mit wenig Licht auszukommen? Nichts desto trotz besaß die immer-grüne Tanne schon bei den alten Germanen Kult- Bedeutung als "Mittwinterbaum", galt als Symbol von Lebenskraft und stetigem Wachstum. Um Götter und Geister gut zu stimmen, wurde der Mittwinterbaum mit Esswaren und anderen Geschenken behangen. Der geschmückte Tannenbaum - nicht nur zum Weihnachtsfest - hat also eine lange Tradition!

Moderation:
Redaktion: Thomas Morawetz
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