Bayern 2

radioWissen Wundersames über Geld

Darstellung: Geldschein Wörgl | Bild: Unterguggenberger Institut Wörgl - Archiv

Donnerstag, 10.01.2019
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Das Wunder von Wörgl
Alternativwährung für die Krise

Inflation
Phänomen der Wirtschaftsgeschichte

Das Kalenderblatt
10.1.1917
Suffragetten beginnen Mahnwache vor dem Weißen Haus
Von Ulrike Rückert
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Das Wunder von Wörgl - Alternativwährung für die Krise
Autor: Christian Sachsinger / Regie:
Michael Unterguggenberger war ein Arbeitersohn aus ärmsten Verhältnissen. Doch mit einer Mischung aus Neugier, Durchhaltevermögen und Überzeugungskraft erreichte er für sich und seine kleine österreichische Gemeinde Wörgl Weltruhm. Unterguggenberger führte 1932, gegen den Widerstand aus Wien, eine eigene Währung ein und schaffte es damit einen kurzzeitigen Konjunkturaufschwung auszulösen. Während in Österreich, Deutschland und der Welt die Arbeitslosigkeit zunahm, kamen in Wörgl immer mehr Leute in Lohn und Brot. Michael Unterguggenberger wurde zum Bürgermeister, der anscheinend wirtschaftliche Wunder wirken konnte. Wissenschaftler, Politiker und Schriftsteller besuchten ihn, um sich erklären zu lassen, wie er die Sache mit dem Schwundgeld angestellt hatte. Und auch heute noch suchen Experten manchmal Rat in den Aufzeichnungen von Wörgl.

Inflation - Phänomen der Wirtschaftsgeschichte
Autor: Stefan Schmid / Regie: Sabine Kienhöfer
Geldentwertung, die Inflation, ist ein Phänomen, das in der Geschichte schon häufig aufgetreten ist. Als Geld noch aus edlen Metallen geprägt wurde, sorgten Kaiser, Könige und andere Herrscher oft dadurch für Inflation, dass sie das Silber oder Gold in den Münzen reduzierten und mit billigem Metall aufstockten. Die Veränderung des Geldes fiel mit der Einführung der Banknoten noch simpler. Denn Scheine aus Papier waren mit Hilfe der Druckerpresse leicht zu vermehren - die Franzosen erlebten das im 18. Jahrhundert zwei Mal. Die deutsche Inflationsgeschichte gipfelt in der Hyperinflation des Jahres 1923, als die Preise explodierten und Billionen-Scheine ausgegeben wurden. Adolf Hitler entwertete das Geld dann heimlich, seine zurückgestaute Inflation wurde erst in der Währungsreform von 1948 offensichtlich. Seitdem kam es in Deutschland nur noch zu einer viel geringeren Geldentwertung.

Moderation: Thies Marsen
Redaktion: Nicole Ruchlak

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