Bayern 2

radioWissen Das Eigene und das Andere

Darstellung: Freud | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 19.12.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Projektionen
Das Eigene im Anderen

Freuds Psychoanalyse
Die relativierte Revolution

Das Kalenderblatt
19.12.1971
Aldo Pedro Poy und das größte Tor aller Zeiten
Von Thomas Grasberger
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Projektionen - Das Eigene im Anderen
Autorin: Justina Schreiber / Regie:
Wir himmeln jemanden an, ein anderer trifft nie den richtigen Ton, ein dritter geht uns mit seinem Gejammer furchtbar auf die Nerven. Ständig kommt es in zwischenmenschlichen Beziehungen zu Projektionen, das heißt: Wir machen andere Menschen zu den Auslösern eigener Gefühle und merken es gar nicht. Verdrängte Impulse wie Ängste und Erwartungen spielen uns da einen Streich. Je nach therapeutischer Schule anders gewichtet bzw. interpretiert, zählen Projektionen zu den Grundannahmen in der Psychologie. Sie gelten als Abwehrmechanismen, die das Konstrukt des Selbst schützen, indem sie seine Strategien und Muster aufrechterhalten. Deshalb fällt es auch so schwer, vor der eigenen Tür zu kehren und sich Spiegelungen bewusst zu machen. Dies wird aber notwendig, wenn die "hausgemachte" Wahrnehmungsstörung neurotische oder psychotische Züge annimmt. Und das ist im Grunde bei jeder seelischen Erkrankung der Fall.

Freuds Psychoanalyse - Die relativierte Revolution
Autorin: Prisca Straub / Regie: Martin Trauner
Seit ihren Anfängen sind die Heilungserfolge der Psychoanalyse umstritten: Die übergroße Bedeutung des Sexuellen für die individuelle Entwicklungsgeschichte, wie Sigmund Freud sie noch postulierte, ist längst relativiert worden. Andererseits scheint die moderne Hirnforschung viel von dem zu bestätigen, was Freud Anfang des 20. Jahrhunderts zwar vermutete, aber noch nicht nachweisen konnte. Die Psychoanalyse - Wissenschaft oder wissenschaftliches Märchen? In jedem Fall: eine umstrittenen Disziplin. Doch in einem sind sich die Fachleute einig: Es geht heute - rund 100 Jahre nach Freuds wichtigsten Abhandlungen - nicht mehr darum, Freud zu idealisieren oder nachzubeten. Es geht darum, seine grundsätzlichen Überlegungen zum Unbewussten weiterzutreiben und mit heutigem Wissen zu verbinden.

Moderation:
Redaktion: Susanne Poelchau

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