Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Gedanken über die Zeit vor und nach unserem Leben

Darstellung: Sanduhr | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 12.12.2018
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Der Tod und wir
Rebellion gegen die Endlichkeit

Tiefenzeit
Vergangenheit und Zukunft wiederentdecken

Das Kalenderblatt
12.12.1897
Erste Streiche der "Katzenjammer Kids"
Von Anja Mösing
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Der Tod und wir - Rebellion gegen die Endlichkeit
Autorin: Inka Kübel / Regie: Rainer Schaller
Wer lebt, muss sterben. Das ist banal und gleichzeitig existenziell erschütternd, wenn es ins Bewusstsein dringt. Der Mensch weiß um sein Schicksal - und je nach Charakter, persönlicher Erfahrung und weltanschaulicher Position gehen wir unterschiedlich damit um. Die einen halten sich ihre Endlichkeit stets vor Augen, wollen sich einüben in den "großen Abschied" und gerade deshalb besonders achtsam und im Augenblick leben. Andere entscheiden sich zum bewussten Verdrängen, konzentrieren sich auf alles, was Zerstreuung und persönliche Freude bringt oder halten den Tod für nichtig - im Wortsinne, er bildet für sie die harte Grenze zum Leben. Für Religionen und die Philosophie sind Sterben und Tod schon immer zentrale Themen, und auch die Psychologie befasst sich zunehmend damit. So gab es etwa im vergangenen Jahr in Weimar einen großen Kongress von Psychoanalytikern mit dem Titel "Rebellion gegen die Endlichkeit", der die vielen Facetten von Sterben und Tod in den Blick nahm.

Tiefenzeit - Vergangenheit und Zukunft wiederentdecken
Autor: Geseko von Lüpke / Regie: Sabine Kienhöfer
Unternehmen bemessen die Zeit in Jahresbilanzen, Politiker allenfalls in Legislaturperioden. Je schneller das Leben wird, desto kürzer werden die Zeit-Räume, denen wir uns bewusst sind. Der moderne Mensch lebt in einem Zeit-Käfig, abgetrennt von den Wurzeln der Vergangenheit und weitgehend blind für die Tiefen der Zukunft, die sich nach ihm entfalten wird. Wir verstehen uns als die Spitze der Evolution und handeln, als ständen wir am Ende der Zukunft. Dabei währt ein Menschenleben - gemessen an der Evolution des Kosmos - nur für den Bruchteil eines Augenblicks. Was passiert mit einer Zivilisation, die keine Beziehung mehr hat zu den Tiefen der Zeit? Warum zerstört die postmoderne Kultur die Zukunft? Wie können wir uns wieder rückverbinden mit der Vergangenheit, aus der wir kommen und Kontakt aufnehmen mit der Zukunft, die in uns angelegt ist? Die Sendung geht diesen Fragen nach, weitet die Räume unseres Zeitgefühls und berichtet über Ansätze und Initiativen, die Tiefen der Zeit zum Fundament unseres Handelns in der Gegenwart zu machen.

Moderation: Gabi Gerlach
Redaktion: Bernhard Kastner

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