Bayern 2

radioWissen Humor und Religion?

Darstellung: Karl Barth | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 12.12.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Das Lachen und die Religion
Ein Widerspruch?

Karl Barth
"Nur keine langweilige Theologie"

Das Kalenderblatt
12.12.1897
Erste Streiche der "Katzenjammer Kids"
Von Anja Mösing
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Das Lachen und die Religion - Ein Widerspruch?
Autor: Daniel Knopp / Regie: Eva Demmelhuber
Warum tun sich viele gläubige Menschen schwer, über sich und ihren Glauben zu lachen? Schließen sich Glaube und Lachen gar aus oder können sie sich sogar ergänzen? Dass ein Christ nichts zu lachen habe, stellten so manche Theologen und Bischöfe fest. Der Heilige Benedikt soll lachenden Mönchen gar Prügel angedroht haben. Nicht nur im Christentum, auch im Islam scheint eine Art Dogma zu existieren, dass Lachen den anderen verletzt und deshalb zu vermeiden ist. Zudem stellt Lachen Autoritäten infrage! Dabei hat Mohammed sehr wohl gelacht, Witze und Scherze von ihm sind überliefert und im Alten Testament lachen auch die Propheten. So lachen Abraham und Sarah über Gott, als er prophezeit, dass sie im hohen Alter noch Eltern würden. Daraufhin gebiert Sarah Isaak, übersetzt: "Gott lacht". Gelacht wird über Götter auch im Hinduismus. So beispielsweise über den pummeligen, verfressenen und zu Witzen aufgelegten Ganesha. Durch ihn soll das Lachen sogar in die Welt gekommen sein. Eine große Rolle spielt das Lachen auch im Buddhismus. Buddha lächelte bei seiner Erleuchtung und in der Stunde seines Todes.

Karl Barth - "Nur keine langweilige Theologie"
Autorin: Elke Worg / Regie: Axel Wostry
Am 10. Dezember 1968 starb der reformierte Theologe Karl Barth. Sein fünfzigster Todestag bildet den Auftakt für das Karl Barth-Jahr 2019. Barth war Schweizer, aber seine akademische Laufbahn führte ihn nach Deutschland. Barth gehört zu den wichtigsten protestantischen Theologen des 20. Jahrhunderts. Sein Hauptwerk, die "Kirchliche Dogmatik", ist alles andere als langweilige Theologie. Der Glaube war für Barth nie ein abstraktes Gedankenkonstrukt, sondern eine Motivation für konkretes Handeln. Deswegen wehrte er zur Zeit des Ersten Weltkriegs dem vorherrschenden Kulturprotestantismus und wurde zum Begründer der Dialektischen Theologie. Später, während des Dritten Reiches, drängte ihn seine christliche Überzeugung zum Widerstand gegen Hitler. Karl Barth wurde zum Vater der Bekennenden Kirche, die sich von den "Deutschen Christen" und damit vom nationalsozialistischen Flügel der Evangelischen Kirche klar distanzierte. Die Leitgedanken der Bekennenden Kirche fanden in der Barmer Theologischen Erklärung ihren Niederschlag, die ebenfalls von Karl Barth verfasst wurde. Auch nach der Naziherrschaft und sogar über den Tod hinaus blieb der streitbare Theologe ein unbequemer Denker und Mahner.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Bernhard Kastner

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