Bayern 2

radioWissen Sex und Ehe im Patriarchat

Darstellung: Eheringe | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 10.12.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Hetären
Geliebte mit Bildung und Geist

Die Geschichte der Ehe
Liebe und Recht seit der Romantik

Das Kalenderblatt
10.12.1913
Rabindranath Tagore erhält den Literaturnobelpreis

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Hetären - Geliebte mit Bildung und Geist
Autorin: Katalin Fischer / Regie: Christiane Klenz
Während der Besuch bei einer Prostituierten im alten Griechenland kaum teurer war als ein Mittagessen, konnte die Gesellschaft von Hetären ein Vermögen kosten. Sie begeisterten die reichen Männer mit Eleganz, Bildung und Sex und waren das Gegenteil der braven Frau zuhause. Die griechische Ehe war etwas völlig anderes, als wir heute mit Ehe verbinden. Die Männer heirateten mit etwa dreißig Jahren, doch die Frauen oder Mädchen, die sie heirateten, waren erst etwa fünfzehn. Für erwachsene Männer waren die meisten von ihnen also noch keine besonders interessante Gesellschaft. So suchten sich die wohlhabenden Männer anregendere Gesellschaft - vor allem für das Symposion, das Gastmahl. Symposien waren das Zentrum aristokratischen Lebens und eng verknüpft mit dem Hetärentum.

Die Geschichte der Ehe - Liebe und Recht seit der Romantik
Autorin: Renate Kiesewetter / Regie: Sabine Kienhöfer
"Die Ehe ist nie ein Letztes, sondern Gelegenheit zum Reifwerden." Wenn Johann Wolfgang von Goethe, der Dichter, Naturwissenschaftler und Staatsmann die Ehe als "Anfang und Gipfel aller Kultur" ansah, so werden ihm auch heute noch viele beipflichten - trotz der häufig beschworenen Krise der Ehe. Steht doch die Ehe als weithin akzeptierte und praktizierte Familienform auch bei den Jungen in der Gesellschaft weiterhin hoch im Kurs. Immerhin sind nach den Statistiken mehr als 50 Prozent der Deutschen in erster Ehe verheiratet. Erstaunlich wirkt allerdings, dass es Anfang des 19. Jahrhunderts etwa in Bayern - zumindest den Zahlen nach - auch nicht anders aussah: Auch da gab es 50 Prozent Singles, aber aus ganz anderen Gründen. Damals ging es vor allem darum, überhaupt heiraten zu dürfen. Erst seit der Französischen Revolution mit der Ablösung der Ständegesellschaft und dem Wunsch nach Bevölkerungswachstum rückte die Ehe für die europäischen Staaten stärker in den Blickpunkt. Von der Romantik bis in unsere Tage hinein hat die Lebensform Ehe manchen Wandel mitgemacht und die Handlungsspielräume für Ehemänner und Ehefrauen, für Familien und Kinder von der patriarchalischen bis zur paritätischen Ausgestaltung sehr verändert.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz

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