Bayern 2

radioWissen Michael Crichton und Science-Fiction

Darstellung: Michael Crichton | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 04.12.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Michael Crichton
Der Meister des Techno-Thriller

Die Wahrheit von Visionen
Wenn Science-Fiction Recht hat

Das Kalenderblatt
4.12.1758
Wer ermordete den Benediktinerpater Georg Dunckl?
Von Simon Demmelhuber
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Michael Crichton - Der Meister des Techno-Thriller
Autor: Florian Kummert / Regie: Susi Weichselbaumer
Michael Crichton (1942-2008) zählt zu den großen Multitalenten der amerikanischen Literatur- und Filmgeschichte. Er war nicht nur tatsächlich groß - über zwei Meter, sondern feierte gewaltige Erfolge: als Autor von Romanen und Drehbüchern, als Produzent und Regisseur. Er perfektionierte den „Techno-Thriller“, vermischte wissenschaftliche Fakten mit gerade so viel Fiktion, dass die riesige Schar an Leser das Gruseln bekam: denn Crichtons Vision konnten durchaus Realität werden. Sein populärstes Werk war der Roman "Jurassic Park", den Steven Spielberg 1993 verfilmte. Das Dinosaurier-Drama war typisch Crichton: ein spektakulärer Mix aus Thriller und phantastisch übertriebener Wissenschaft - er blickte auf die Möglichkeiten und Gefahren der Wissenschaft, und warnte in seinen Abenteuergeschichten vor ihren Nachtseiten. Der ausgebildete Mediziner mit Harvard-Diplom schuf die Fernsehserie „Emergency Room“, mit ihrem hyperventilierendem Realismus weit entfernt von der Behäbigkeit der Seifenopern-Arztserienkonkurrenz, ging in „Westworld“ der Frage nach, wo bei intelligenten Robotern die Grenze verläuft zwischen Mensch und Maschine, zwischen Würde und Moral, beschäftigte sich mit „Enthüllung“ mit sexueller Belästigung und Machtmissbrauch, Jahre vor der „#MeToo“-Debatte, und mit dem Klimawandel.
Eine Art neuzeitlicher Jules Verne, nur durchzogen von einer Technik-Kritik, ein ewig Warnender vor dem Verlust der Menschlichkeit und des Mitgefühls. Bildstarke Geschichten, voller Cliffhanger und wilder Jagden, inspiriert durch Film und Comicstrips fand er so Millionen von Lesern und auch Nachahmer wie Frank Schätzing.

Die Wahrheit von Visionen - Wenn Science Fiction Recht hat
Autorin: Yvonne Maier / Regie. Susi Weichselbaumer
Der Flugpionier Orville Wright besucht im Jahr 1909 Berlin und stellt stolz seinen Motorflieger vor. Die gesamte Berliner Gesellschaft kommt, um sich dieses Wunderwerk der Technik anzuschauen. Nach den ersten Flügen wird er von einem Journalisten gefragt, wie es denn mit dieser Fliegerei denn weitergehen wird. Orville Wright winkt ab und sagt, es werde nie eine Flugmaschine geben, die von Paris nach New York fliegt, die Luftströmungen über dem Atlantik sind nicht in den Griff zu bekommen. Diese Aussage geht um die Welt. Ihm glaubt man natürlich, er ist ja der Experte! Oder eben gerade nicht. Herbert George Welles nämlich - der Autor der "Zeitmaschine" und "Krieg der Welten" - veröffentlicht im selben Jahr seinen Roman "Der Luftkrieg". In dem schildert Welles den modernen Luftkrieg, mit Jägern, Luftkämpfen und dem Bombardement von Städten. Im Roman wird auch wie selbstverständlich der Atlantik überflogen. Und nur zehn Jahre später fechten die Europäer tatsächlich ihren Krieg im Himmel aus. Wie kann es sein, dass Experten so spektakulär danebenliegen, während Science Fiction Autoren Recht behalten? Für Literaturwissenschaftler und Zukunftsforscher ist klar: Nur, wer den Blick auf das große Ganze wagt, der kann auch Visionen entwickeln. Und genau das machen gute Science Fiction Autoren, wie wir heute am eigenen Leib erfahren können. Denn Roboter, das Handy und die virtuellen Welten des Internets sind in Science Fiction Maßstäben schon längst ein alter Hut.

Moderation: Christian Schuler
Redaktion: Nicole Ruchlak

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