Bayern 2

Zeit für Bayern Zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren

Französische Kriegsgefangene aus dem Kriegsgefangenenlager Unterer Wöhrd in Regensburg | Bild: Fred Wiegand

Samstag, 10.11.2018
12:05 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

"Chateau Lapompe" - Französische Kriegsgefangene
Ein vergessenes Kapitel des Ersten Weltkrieges
Von Thomas Muggenthaler

Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg - "Bitte schickt mir ein Paar Strümpfe!"
Von Susanne Roßbach

Wiederholung um 21.05 Uhr
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

"Chateau Lapompe" - Französische Kriegsgefangene
Ein vergessenes Kapitel des Ersten Weltkrieges
Von Thomas Muggenthaler

In einem Konvolut von Altpapier entdeckte der Regensburger Antiquar Reinhard Hanausch Ausgaben einer alten französischen Zeitung. Es stellte sich heraus, dass französische Kriegsgefangene diese Zeitung "Le Pour et le Contre" ("Das Für und Wider") während des Ersten Weltkrieges in Regensburg hergestellt hatten. Wissenschaftler gingen der Sache nach und entdeckten, dass es wie in Amberg oder Grafenwöhr auch in Regensburg ein großes Barackenlager gab, in dem von 1914 bis 1918 Tausende französische Kriegsgefangene untergebracht waren - bis zu diesem Zeitpunkt eine Leerstelle in den Geschichtsbüchern der Stadt.

Die Gefangenen verfassten in den Lagern Speisekarten, die Drei-Sterne Köchen alle Ehre gemacht hätten. Auch wenn dazu nur "Chateau Lapompe" gereicht wurde, wie sie ironisch auf einer Speisekarte aus Grafenwöhr das Leitungswasser nannten. Sie spielten Theater und gaben Konzerte, um Farbe in ihren tristen Alltag zu bringen. Auch in Amberg ist das Lager sehr gut dokumentiert, von einem provisorischen Freibad in der Vils genauso bis zu einer gelungenen Flucht von drei Gefangenen in die Schweiz. Im Gegensatz zu Regensburg gibt's hier auch noch einen Gedenkstein auf dem Friedhof.

Thomas Muggenthaler erinnert an ein vergessenes Kapitel des Ersten Weltkriegs.

Feldpostbriefe aus dem Ersten Weltkrieg - "Bitte schickt mir ein Paar Strümpfe!"
Von Susanne Roßbach

Im Ersten Weltkrieg war die Feldpost für Soldaten und ihre Angehörigen und Freunde das wichtigste Kommunikationsmittel. 28,5 Milliarden Sendungen wurden in den Jahren von 1914 bis 1918 zwischen der Heimat und den verschiedenen Kriegsschauplätzen hin und her geschickt. 14 Millionen Männer waren von ihren Familien getrennt. Die Organisation der Feldpost war eine enorme logistische Herausforderung. Es wurden Briefe, Postkarten und "Liebesgaben" transportiert, d. h. Päckchen und Pakete, mit Lebensmitteln, Kleidung, Büchern und Zeitungen.

Die Autorin Susanne Roßbach hat im Archiv der Museumsstiftung Post und Telekommunikation zahlreiche Feldpostbriefe gelesen, darunter die des jungen Rudolf Emmerich aus Suhl. Ausschnitte aus seinen Briefen verdeutlichen, wie wichtig der Kontakt in die Heimat für die Soldaten war.
Trotz Email und WhatsApp werden auch heute noch handgeschriebene Briefe und Karten, Päckchen und Pakete mit der "olivgrünen Post" in die Einsatzgebiete der Soldatinnen und Soldaten transportiert. Der ehemalige Soldat Johannes Hofmann erzählt, welche Bedeutung die Feldpost während seines Einsatzes 2009/2010 in Afghanistan für ihn gehabt hat. Deutlich wird, wie wichtig es für die Soldaten war und heute noch ist, etwas von Zuhause - einen Brief, eine Karte - in Händen zu halten.

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"Zeit für Bayern" bietet die Gelegenheit, alle Regionen Bayerns näher kennen zu lernen und neu zu erfahren. "Zeit für Bayern" ist bayerisches Leben und bayerisches Lebensgefühl abseits aller Klischees. Das "Bayern genießen-Magazin" mit Beiträgen aus den sieben bayerischen Regierungsbezirken gibt es in der Regel jeweils am ersten Samstag des Monats.

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