Bayern 2

radioWissen Reisen und Expeditionen

Ida Pfeiffer - Porträtaufnahme etwa um 1855 | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 15.10.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Ida Pfeifer
Weltreisende im Biedermeier

Der Sinn von Expeditionen
Die Schlagintweits und das Weltwissen

Das Kalenderblatt
15.10.1844
Johann Strauß Sohn tritt erstmals mit eigenem Orchester auf
Von Xaver Frühbeis
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Ida Pfeifer - Weltreisende im Biedermeier
Autorin: Henriette Wrege / Regie: Irene Schuck
Mitte des 19. Jahrhunderts trat die Wienerin Ida Pfeiffer ihre erste von fünf großen Reisen an. Sie betrat viele Länder als erste Weiße - vor allem als erste weiße Frau. Die Strapazen von Fernreisen um 1850 machten ihr nichts aus. Sie wollte schon als Kind hinaus in die weite Welt. Das war allerdings mit den Konventionen ihrer Zeit - des Biedermeier - nicht vereinbar. Bevor sie ihrem Forschungs- und Entdeckerdrang folgen konnte, musste sie erst einmal ihre Pflichten als Hausfrau und Mutter erfüllen. Im März 1842 war es dann soweit. Im Alter von 45 Jahren begann sie ihre Träume zu verwirklichen. Kreuz und quer reiste sie um die Welt: von Palästina ging es unter anderem nach Skandinavien, es folgten Nord- und Südamerika, China, Indien und einige afrikanische Länder, wie Madagaskar. Um die Reisen zu finanzieren, schrieb sie ihre Beobachtungen auf. Eine Lektüre, die nicht nur der Unterhaltung des gehobenen Bürgertums diente, sondern auch der Wissenschaft. Sie brachte viele Pflanzen, kleine Tiere und Mineralien von ihren Reisen mit zurück nach Wien. Einige sind sogar nach ihr benannt worden wie eine Wasserfroschart aus Madagaskar "Rana idae".

Der Sinn von Expeditionen - Die Schlagintweits und das Weltwissen
Autorin: Bettina Weiz / Regie: Martin Trauner
Tibetisches Edelweiß, Ochsenfrösche, Steine, Wasser, ganze Bäume - die Münchner Brüder Hermann, Adolph und Robert Schlagintweit brachten von ihrer Indien-Expedition 1854 - 1858 nach Bayern mit, was ihnen von die Forschernasen kam. Außerdem malten sie Landschaften, beobachteten, wie magnetisch die Erde war, fotografierten Menschen, vermaßen sie, nahmen ihre Ebenbilder in Form von Gipsmasken mit nachhause und, und, und. Ihr Anspruch auf Wissen und Erkenntnis war allumfassend. Dazu hatte sie Alexander von Humboldt inspiriert. Der preußische Baron hatte selbst ausgiebig Expeditionen in entfernte Erdteile gemacht. Bis heute prägt seine Vorstellung davon, dass Wissenschaft auf Erfahrungen in der Welt beruht und die Grenzen einzelner Disziplinen wie Botanik, Geologie oder Zoologie überschreiten muss das Verständnis von Bildung in Deutschland. Das Beispiel der Schlagintweits zeigt die Chancen und Grenzen von Expeditionen.

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz

Unter dieser Adresse finden Sie die Manuskripte von radioWissen:
http://br.de/s/5AgZ83

Die ganze Welt des Wissens

radioWissen bietet Ihnen die ganze Welt des Wissens: spannend erzählt, gut aufbereitet. Nützlich für die Schule und bereichernd für alle Bildungsinteressierten.