Bayern 2

radioTexte am Dienstag Josef Hofmiller: Bayerische Wanderbilder

Burg Burghausen | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 04.09.2018
21:05 bis 22:00 Uhr

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BAYERN 2

In meisterhaften Miniaturen beschreibt Josef Hofmiller bayerische Kleinode: Kirchen, Klöster und Kastelle

Im Münchner Kulturleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt Josef Hofmiller als bewundert und gleichzeitig gefürchtet. Er schrieb Literatur- , Musik- und Theaterberichte für die "Süddeutschen Monatshefte" und die "Münchner Neuesten Nachrichten". In Aufsätzen und Büchern von souveräner stilistischer Eleganz hat er einer Generation von Lesern beigebracht, die literarischen Traditionen Europas, aber auch die Landschaft der bayerischen Heimat neu zu sehen und zu interpretieren.

Josef Hofmiller kam 1872 in Kranzegg im Allgäu zur Welt, studierte Neuere Sprachen und war später in Altbayern Gymnasiallehrer. Von 1925 an unterrichtete er in Rosenheim, wo er, erst 61 Jahre alt, auch starb. Hofmillers drei große Leidenschaften waren die Musik, die Dichtung - und das Wandern. Sein größter Verdienst bleibt die Neuentdeckung und Neubewertung der bayerischen Literatur und der bayerischen Heimat. Er schlug manche ehrenvolle Berufung in den Norden aus, um das Land zwischen Alpen und Main zu erwandern. In meisterhaften Prosaminiaturen beschreibt der leidenschaftliche Regionalist Städte und Landschaften, Klöster und Kirchen als historische Einheiten, als künstlerische Kleinode - und so wurde beispielsweise die Wieskirche der Vergessenheit entrissen. Wenn unabsehbare Scharen von Touristen aus aller Welt sich in den Pfaffenwinkel karren lassen, so geht dies nicht zuletzt auf die Essays über das architektonische Juwel von Josef Hofmiller zurück.