Bayern 2

radioWissen Afrikanische Politiker als politische Mythen

2.12.1960: Patrice Lumumba wird verhaftet | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 16.07.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Nelson Mandela
Der lange Weg zur Freiheit

Patrice Lumumba
Eine afrikanische Tragödie

Das Kalenderblatt
16.7.1951
Salingers "Der Fänger im Roggen" erscheint
Von Susi Weichselbaumer

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Nelson Mandela - Der lange Weg zur Freiheit
Autor: Herbert Becker / Regie: Antje Wegener
Nelson Mandela, geboren im Juli 1918 in einem kleinen Dorf in der Transkei in Südafrika, ist einen langen Weg gegangen - vom Sohn eines Stammesoberen, der die weiße Kultur bewunderte, zum Gandhi-Anhänger und Verfechter des gewaltfreien Widerstands bis hin zum ANC-Aktivisten, der Gewalt als legitimes Mittel im Kampf gegen die Apartheid nicht mehr ausschließen wollte. 27 Jahre verbrachte er als politischer Gefangener in Haft. Nach seiner Freilassung setzte er sich dafür ein, das Land zu versöhnen, und den Übergang vom Apartheid-Regime in ein neues gleichberechtigtes, buntes Südafrika ohne Blutvergießen und Gewalt zu erreichen. Dafür wurde er 1993 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Im Jahr darauf wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Das blieb er fünf Jahre lang. Neben Martin Luther King gilt Mandela als wichtigster Vertreter des Kampfs um die Gleichberechtigung der Schwarzen.

Patrice Lumumba - Eine afrikanische Tragödie
Autorin: Gerda Kuhn / Regie: Sabine Kienhöfer
Als Patrice Émery Lumumba am 2. Juli 1925 im Herzen des Kongo zur Welt kommt, ahnt niemand, dass sein Name für immer mit der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung verbunden sein wird. Der Bauernsohn wächst in einer Kolonialgesellschaft auf, in der die belgische Oberschicht das Sagen hat. Einheimische können allenfalls dann aufsteigen, wenn sie mit den Weißen kollaborieren. Doch genau das will Lumumba nicht: Er kämpft für die Selbständigkeit des Landes. Aus den Parlamentswahlen im Mai 1960 geht seine Partei als stärkste Kraft hervor, Lumumba wird der erste Ministerpräsident eines freien Kongo. Doch vielen gefällt das nicht. Die belgische Presse denunziert Lumumba als Kommunisten, die USA fördern insgeheim einen ehrgeizigen jungen Offizier namens Joseph Mobutu, der einen Putsch gegen die junge Regierung organisiert. Lumumba wird gefangengenommen, gefoltert und schließlich erschossen. Die genauen Hintergründe werden erst 2012 durch eine eigens einberufene Fachkommission des belgischen Parlaments aufgeklärt. Sie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass der belgische König Baudouin von den Plänen zur Tötung Lumumbas wusste. Der französische Philosoph Jean-Paul Sartre schrieb nach der Bluttat: "Seit Lumumba tot ist, hört er auf, eine Person zu sein. Er wird zu ganz Afrika."

Moderation: Florian Kummert
Redaktion: Thomas Morawetz

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