Bayern 2

Evangelische Perspektiven Frankensteins Freunde

Dr. Frankenstein und sein "Geschöpf" | Bild: picture-alliance/dpa

Sonntag, 24.06.2018
08:30 bis 09:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Frankensteins Freunde
Das Streben nach künstlicher Intelligenz und seine Folgen
Von Friederike Weede
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Mary Shelleys Roman über Dr. Frankenstein, der einen künstlichen Menschen erschafft, feiert seinen 200. Geburtstag und wirkt aktueller denn je: Heute will die Bewegung des Transhumanismus die Grenze zwischen künstlicher und natürlicher Intelligenz auflösen und den komplett Hightech-optimierten Menschen schaffen. Und die modernen Frankensteins haben zahlreiche historische und literarische Vorläufer: Prometheus aus der griechischen Mythologie, den Golem, die tragische Figur der jüdischen Mystik, den Homunculus, das "Menschlein", dass Alchemisten wie der große Arzt Paracelsus von Hohenheim im Mittelalter zu kreieren hofften. Immer wieder setzen wir uns mit unserem Schöpferdrang scheinbar über die göttliche Ordnung hinweg. Die Frage nach der Hybris des Menschen entzündet sich stets an seinen Kreaturen, je menschenähnlicher diese geraten, desto dringlicher. In Literatur und Legende wird die Anmaßung des Menschen zumeist bestraft, am Ende sucht das Geschöpf seinen Schöpfer heim, ob als Killerroboter wie in Ridley Scotts Bladerunner oder als wütender Golem. Greift die Fiktion auch hier der Wirklichkeit voraus? Welche Geister rufen wir mit unserem Drang, künstliche Intelligenz zu erschaffen und wie definieren wir im Umkehrschluss in Zukunft Menschlichkeit?