Bayern 2

     

Zeit für Bayern Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Protestplakat der Gemeinde Hohenthann gegen die Gebietsreform in Bayern | Bild: Süddeutsche Zeitung Photo / SZ Photo

Samstag, 19.05.2018
12:05 bis 13:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

BAYERN 2

Bayerische Zwangsehen
Wie die Gebietsreform den Freistaat verändert hat
Von Rudolf Erhard

Die  Rebellen von Ermershausen
Der Kampf eines unterfränkischen Dorfes um seine Selbstständigkeit 
Von Eberhard Schellenberger

Wiederholung um 21.05 Uhr
Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Bayerische Zwangsehen
Wie die Gebietsreform den Freistaat verändert hat
Von Rudolf Erhard
Von Juli 1972 bis Mai 1978 machte die Gebietsreform aus dem kommunalen Fleckerlteppich in Bayern ein modernes Verwaltungsparkett. Die Zahl der Landkreise und kreisfreien Städte wurde halbiert, die der Gemeinden um über 5.000 reduziert. Der Aufstand damals war groß, aber ein Volksbegehren gegen die Gebietsreform scheiterte. Heute profitiert das moderne Bayern von der schlankeren Kommunalverwaltung. Zurück geblieben sind Dörfer, die ihre gesamte Infrastruktur verloren haben - vom Dorfladen bis zur Dorfwirtschaft. Zurück bleiben aber auch ein paar mehr oder weniger erfolgreiche Rebellengemeinden und einige Verschwörungstheorien. Rudolf Erhard lässt die Gewinner und Verlierer der Gebietsreform nochmal zu Wort kommen.
(Wiederholung vom 17.06.2012)

Die Rebellen von Ermershausen
Der Kampf eines unterfränkischen Dorfes um seine Selbstständigkeit
Von Eberhard Schellenberger
Es ist die Nacht zum 19. Mai 1978 als hunderte Polizisten der Bayerischen Bereitschaftspolizei das kleine Dorf Emershausen stürmen. Ermershausen liegt im Landkreis Haßberge, drei Kilometer von der Grenze zur DDR entfernt, und weigert sich nach der Gebietsreform ins benachbarte Maroldsweisach eingemeindet zu werden. Der bayerische Innenminister Seidl hatte angeordnet mit Polizeigewalt die Gemeindeakten aus dem Rathaus zu holen. Das Dorf ist im Ausnahmezustand, Sirene und Glockengeläut wecken die Bürger, über Nacht wird der kleine Ort bundesweit als "Rebellendorf" bekannt. Einige Bürger wollen aus Protest auf das Gebiet der DDR marschieren, der damalige Bürgermeister Adolf Höhn hält sie kurz vor dem Grenzzaun auf: "Um Gottes Willen, macht das nicht, wir werden wieder frei, wir geben nicht auf." Ein jahrelanger Kampf um die Selbstständigkeit beginnt und tatsächlich: zum 1. Januar 1994 erhält Ermershausen mit einem eigenen vom Landtag verabschiedeten Gesetz seine Selbstständigkeit wieder. Eberhard Schellenberger zeichnet 40 Jahre später diesen bis heute bundesweit einmaligen Kampf nach Eigenständigkeit nach - und fragt, wie sich die Nachbardörfer Maroldsweisach und Ermerhausen heute vertragen.

Akustische Reisen durch Bayerns Regionen

Zeit für Bayern zeigt das Land im Herzen Europas in seiner ganzen Vielfalt. Eine unterhaltsame Heimatkunde für alle, ob alteingesessen oder neuzugezogen, ob aus Kempten oder Köln, Nürnberg oder Neapel, Berlin, Bagdad oder Berchtesgaden. Denn Heimat ist da, wo man sich kennt und auskennt. Zeit für Bayern bietet die Gelegenheit, die Landstriche und die Menschen Altbayerns, Frankens und Schwabens näher kennen zu lernen und neu zu erfahren - bayerisches Leben und bayerisches Lebensgefühl abseits aller Klischees.

"Zeit für Bayern" ... sollte jeder haben!