Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Maler und Dichter der Straße

Graffiti | Bild: picture-alliance/dpa

Dienstag, 17.04.2018
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Graffiti
Kunst aus der Dose

Dichter der Straße
Die Slam-Poetry

Das Kalenderblatt
17.4.2012
007 rast beim Dreh in eine Istanbuler Schaufensterscheibe
Von Prisca Straub

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Graffiti - Kunst aus der Dose
Von Anja Mösing
Sprühen nur bei Nacht, vermummt, ständig in Angst vor der Polizei und ihren Hunden? Das war einmal. Wer heute Graffitis herstellen will, kann es bei Tageslicht tun. Und er wird inzwischen für die knallige Gestaltung großer Wände im öffentlichen Raum sogar gern von Stadtvätern beauftragt und beherbergt. Rund 50 Jahre nach seiner Geburt ist "Graffiti" als zeitgenössische Kunstrichtung anerkannt. Ihre berühmtesten Vertreter verdienen sich seit einigen Jahren nicht nur den Respekt ihrer Crew, sondern richtiges Geld. Und der Kunstmarkt versteht es, immer noch von den rebellischen, wildromantischen Anfängen dieser Kunst aus der Sprüh-Dose zu zehren. Damals als Jugendliche in Großstädten ihre Körper im Breakdance, ihre Schlagfertigkeit im Rap und ihre Kreativität in Graffitis gemessen haben. In dieser Sendung erzählen Künstler und Experten, wie sich Graffiti als Ausdrucksform von jugendlichem "street war" zur gefeierten "street art" wandelte.

Dichter der Straße - Die Slam-Poetry
Von Roderich Fabian
Heutzutage sind Poetry Slams in fast allen Großstädten Europas als Unterhaltungs-Veranstaltung an der Tagesordnung. Sie finden nicht nur in Bars und Clubs statt, sondern auch als Events in U-Bahnen oder Boxringen. Das Konzept ist seit den Anfängen Mitte der 80er Jahren in den USA nicht verändert: Autoren treten mit selbstgeschriebenen Texten vor das Publikum und rezitieren sie (mehr oder weniger) freihändig. Das Publikum entscheidet per Akklamation über den Sieger. Inzwischen sind Slams auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler Ebene installiert, das heißt man kann Stadt- oder sogar Poetry-Weltmeister werden. Und den besten Slammern gelingt es manchmal sogar, in die Comedy- oder Fernsehszene überzuwechseln. Allerdings haben sich auch die Inhalte verändert: Waren Poetry Slams früher die Möglichkeit für unbekannte Autoren, ihre politischen oder philosophischen Ansichten loszuwerden, regiert mittlerweile das Entertainment und der Nonsens, gern auch die Zote. Poetry Slams sind heute nicht mehr als eine von vielen Möglichkeiten, sich einen netten Abend zu machen.

Moderation:
Redaktion: Petra Herrmann

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