Bayern 2

radioWissen am Nachmittag Martin Luther King und die Afroamerikaner

Martin Luther King | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 16.04.2018
15:05 bis 16:00 Uhr

  • Als Podcast verfügbar

Bayern 2

Martin Luther King
Gewaltloser Kämpfer für die Rechte des Menschen

Die "Große Migration"
Afroamerikaner ziehen in den Norden der USA

Das Kalenderblatt
16.4.1705
Isaac Newton wird zum Ritter geschlagen
Von Hellmuth Nordwig

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Martin Luther King - Gewaltloser Kämpfer für die Rechte des Menschen
Von Mira A. Schnoor / Regie: D. Schroeder
Am 4. April 1968 wird der afroamerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet, in Memphis, Tennessee. Bis heute ist die Tat nicht aufgeklärt. Zwar wird mit James Earl Ray sehr schnell ein Täter festgenommen, aber an seiner Täterschaft gibt es bald Zweifel, auch in der Familie King. Martin Luther King hat viele Feinde, ist er doch einer der aktivsten und prominentesten Gegner des Vietnamkriegs. 1964 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet ist er auch einer der engagiertesten Kämpfer für die Gleichbehandlung der afroamerikanischen Bevölkerung. Im Laufe seines kurzen, nur 39 Jahre währenden Lebens, hat er einsehen müssen, dass die weiße rassistische Gesellschaft nicht freiwillig zu Reformen bereit ist. Und so wird er zum Staatsfeind Nummer 1. Für das FBI ist er "ein Instrument in den Händen umstürzlerischer Kräfte, die unsere Nation zugrunde richten wollen." Und das obwohl er immer ein gewaltloser Kämpfer bleibt.

Die "Große Migration" - Afroamerikaner ziehen in den Norden der USA
Von Florian Kummert / Regie: Martin Trauner
Sie war nicht zentral gesteuert, nicht politisch organisiert, und dennoch war sie ein zutiefst politischer Akt des Freiheitsstrebens und der Selbstbestimmung, der die Gesellschaft der USA massiv verändert hat: die sogenannte "Great Migration", die Große Migration. Millionen von Afroamerikanern verließen zwischen 1910 und 1970 den ländlich geprägten Süden der USA und zogen in den industriell geprägten Norden und Westen des Landes. Sie flohen vor Rassenhass, Segregation, Lynchjustiz und dem Niedergang der manuellen Arbeit in den Baumwollplantagen und machten sich auf eine Reise in Richtung Hoffnung. Gerade während und nach den beiden Weltkriegen kam der Zuzug von Immigranten aus Europa zum Erliegen, und es wurden Arbeitskräfte in der Rüstungsindustrie gesucht. Städte wie Detroit, New York und Chicago erlebten einen massiven Andrang an schwarzen Zuzüglern, die aber auch im Norden mit Armut und miserablen Lebensbedingungen sowie Ghettobildung zu kämpfen hatten. Neue, afroamerikanische Viertel wie Harlem entstanden, mit einer selbstbewussten urbanen Literatur- und Musikszene, mit besserem Zugang zu Bildung und Kultur. Doch die überwiegend weiße Mittelklasse flüchtete in die Vororte, der Verfall der Innenstädte folgte und mit ihr der Anstieg der Verbrechensraten. Bald kam es zu wütenden Protesten, die sich in vielen Metropolen gewalttätig entluden. Erst mit den Erfolgen der Bürgerrechtsbewegung Mitte der 1960er Jahre fand die Great Migration ihr Ende.

Moderation: Michael Zametzer
Redaktion: Thomas Morawetz

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