Bayern 2

radioWissen Befreiung vom Kolonialismus

Mahatma Gandhi 1931 | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 29.01.2018
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Frantz Fanon
Vordenker des antikolonialen Befreiungskampfes

Mahatma Gandhi
Revolution ohne Gewalt

Das Kalenderblatt
29.1.1766
John Spilsbury erfindet Puzzle-Spiel
Von Anja Mösing

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Frantz Fanon - Vordenker des antikolonialen Befreiungskampfes
Autorin: Gerda Kuhn / Regie: Sabine Kienhöfer
"Habt den Mut, Fanon zu lesen!" Diese Aufforderung stammt von keinem Geringeren als dem französischen Philosophen Jean-Paul Sartre. Dieser hatte die enorme Bedeutung von Fanons Denken für die Befreiungsbewegungen in aller Welt klar erkannt. Fanon,1925 als Kind einer schwarzen Mittelstands-Familie auf der Insel Martinique geboren, studierte Medizin und Philosophie und arbeitete zunächst als Psychiater. Unter dem Eindruck gravierender Menschenrechtsverletzungen der Franzosen im Algerienkrieg schloss er sich der algerischen Befreiungsfront FLN an. Sein bekanntestes Buch "Die Verdammten dieser Erde" wurde zu einer flammenden Anklageschrift gegen rassistisch motivierte Ausbeutung und zu einer Kampfschrift der anti-kolonialen Linken. Fanons Erstlingswerk "Schwarze Haut, weiße Masken" skizziert eine bis heute gültige Phänomenologie des Rassismus. Der Schriftsteller starb im Alter von 36 Jahren an Leukämie.

Mahatma Gandhi - Revolution ohne Gewalt
Autor und Regie: Frank Halbach
Mahatma Gandhi - die Ikone des friedlichen Widerstandes. Ohne einen einzigen Schuss abzugeben, brachte er das britische Weltreich ins Wanken. Auch wenn seine Lehre heute von vielen als Utopie abgetan wird und er von anderen zum Heiligen stilisiert wird, bleibt Gandhi einer der erfolgreichsten Politiker des 20. Jahrhunderts. Er ist die Leitfigur gleich dreier bedeutender Revolten: des Aufbegehrens gegen des Rassismus, der Erhebung gegen den Kolonialismus und der Ablehnung politischer Gewalt. Seine Autobiographie nannte er: "Die Geschichte meiner Experimente mit der Wahrheit" - und diese für Gandhi typische kritische Selbsteinschätzung legt es nahe, sein Lebenswerk als eine Art offenen Text zu verstehen, der einer ständigen Neuinterpretation bedarf, auch wenn er selbst betonte, seine Lehre sei nichts Neues, denn: "Wahrheit und Gewaltfreiheit sind so alt wie die Berge."

Moderation: Michael Zametzer
Redaktion: Thomas Morawetz

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