Bayern 2

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Kioka-Pflanze | Bild: picture-alliance/dpa

Freitag, 28.07.2017
09:05 bis 10:00 Uhr

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BAYERN 2

Koka
Von der "heiligen Pflanze" zum "weißen Gift"

Der Geist der Pflanzen
Psychoaktive Substanzen

Das Kalenderblatt
28.7.2000
Garchinger Atom-Ei wird abgeschaltet
Von Hellmuth Nordwig

Als Podcast und in der Bayern 2 App verfügbar

Koka - Von der "heiligen Pflanze" zum "weißen Gift"
Autorin: Isabella Arcucci / Regie: Sabine Kienhöfer
Was haben Kaiserin Sisi und viele Popstars unserer Tage gemeinsam? Eine Schwäche für Kokain! Zu Sisis Zeiten schnupfte man es noch ganz legal. Die Kaiserin, so legen Quellen nahe, verabreichte es sich gar intravenös - als Mittel gegen ihre Melancholie. Gewonnen wird Kokain aus den Blättern der Koka-Pflanze, ein eher unscheinbarer Strauch, der vor allem in Südamerika wächst und schon vor Jahrtausenden wichtiger Bestandteil in den religiösen Riten der indigenen Völker war. Und auch im 21. Jahrhundert ist der Koka-Anbau Lebensgrundlage vieler Menschen der Andenländer - und Nährboden blutiger Drogenkriege. Dabei waren es die Europäer, die damit begannen, aus den Koka-Blättern das reine Alkaloid Kokain zu isolieren. Heute wollen Anden-Touristen es den Einheimischen gleichtun, kauen Koka-Blätter und probieren neugierig Koka-Tees. Vertrauen sie damit auf ein natürliches Mittel gegen die Symptome der Höhenkrankheit? Oder lassen sie sich vielmehr auf ein riskantes Spiel mit einer kaum erforschten Rauschpflanze ein?

Der Geist der Pflanzen - Psychoaktive Substanzen
Autorin: Gerda Kuhn / Regie: Martin Trauner
Was haben Kava-Kava und Kardamon, Pfeffer und Pilze, Bier und Bilsenkraut gemeinsam? Sie alle enthalten psychoaktive Substanzen; beeinflussen also unsere Wahrnehmung und unser Bewusstsein. Normalerweise denken viele bei dem Stichwort psychoaktiv sofort an Rauschmittel wie Heroin oder LSD, doch es gibt auch viele alltägliche Genussmittel, die diese Eigenschaften aufweisen: Kaffee zum Beispiel, der wach macht und die Sinne schärft, oder auch Tabak, der das rationale Denken fördert. Eigenschaften, die in einer auf Leistung basierenden Gesellschaft gefragt sind. Eines der gefährlichsten Suchtmittel, der Alkohol, wird bei uns im Überfluss konsumiert. Doch er wird nicht stigmatisiert, sondern ist unter Einhaltung bestimmter Verhaltensnormen bei allen sozialen Anlässen akzeptiert. Weitaus umstrittener ist dagegen der Konsum von Haschisch, vielen gilt er als Einstiegsdroge in härtere Substanzen. In vielen Kulturen wurden psychoaktive Substanzen benutzt, um mit dem Göttlichen zu kommunizieren und die Grenzen des eigenen Bewusstseins zu erweitern.

Moderation: Iska Schreglmann
Redaktion: Gerda Kuhn

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