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Antihistaminika Medikamente bei Heuschnupfen

Nach ihrer Wirkungsweise kann man diese Medikamente grob in zwei Gruppen einteilen. Die eine verhindert, dass der Körper überhaupt Histamin ausschüttet. Die Medikamente dieser Gruppe stabilisieren die Mastzellen, die beim Pollenallergiker Histamin ausschütten, wenn das Allergen mit der Schleimhaut zum zweiten Mal in Berührung kommt.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 22.09.2018

Heuschnupfenmedikamente auf einem Tisch | Bild: Imago Stock

Die andere Medikamentengruppe verhindert, dass Histamin seine Wirkung entfalten kann: Dann läuft die Nase weniger oder gar nicht mehr.

"Antihistaminika haben heute immer weniger Nebenwirkungen, machen weniger müde als vor 20 Jahren und wirken gleichzeitig immer stärker."

Dr. Peter Sandmann, Bayerische Landesapothekerkammer, München

Cortisonhaltige oder cortisonähnliche Medikamente

Medikamente mit Cortison wirken generell anti-entzündlich, egal ob in der Nase oder in der Lunge. Darüber hinaus können sie die Reizanfälligkeit für das Histamin herabsetzen, was die Beschwerden lindern hilft. Allerdings sollte man sie nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt über einen längeren Zeitraum anwenden: Es gibt aber Substanzen die für die Langzeitanwendung sehr gut geeignet sind.

Tipp: Mund ausspülen

Wer ein Cortisonspray für die Lunge benutzt, sollte bedenken, dass sich beim Einatmen kleinste Spuren auf der Mundschleimhaut absetzen können. Wenn man das z.B. monatelang macht, können sich Pilze ansiedeln. Denn dort, wo das Spray auftrifft, wird das Immunsystem etwas heruntergefahren, daraufhin ist an die Schleimhaut an der Stelle anfälliger. Deswegen sollte man nach dem Benutzen den Mund ausspülen, sich die Zähne putzen oder etwas essen.

Depotpräparate

Ist eine Allergie mit den normalen Medikamenten nur sehr schwer in den Griff zu bekommen, dann raten manche Ärzte zu einer Depot-Cortison-Spritze, die vier bis sechs Wochen lang wirkt. Die damit verbundenen Nebenwirkungen können allerdings erheblich sein.

"Lassen Sie bloß die Finger von hochdosierten Cortison-Spritzen, sogenannten Depotpräparaten. Sie zaubern zwar die Symptome weg, aber dafür haben Sie, wenn Sie Pech haben, später Bluthochdruck, Osteoporose und Diabetes."

Dr. Adam Chaker, Leiter der Allerbieambulanz und HNO-Facharzt am Klinikum rechts der Isar in München

Verschreibungspflichtig oder nicht

Wer nur schwache Antiallergika braucht, bekommt vom Arzt in der Regel ein grünes Rezept und muss das Medikament selbst bezahlen. Allerdings sollte man sich bei seiner gesetzlichen Krankenkasse erkundigen, denn manchmal erstattet sie die Kosten. Stärker wirkende Medikamente und manche Wirkstoffgruppen sind dagegen nicht frei verkäuflich, es gibt sie nur auf Rezept.

Konservierungsmittel

Nasensprays enthalten oft Konservierungsmittel, denn es kann passieren, dass aus der Nase Sekret in die Flasche gelangt und damit das Medikament verunreinigt. Auf diese Konservierungsmittel reagieren manche Patienten allergisch. Doch heute gibt es nahezu alle Nasensprays auch in einer konservierungsmittelfreien Variante.


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