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Symptome bei Kreuzreaktionen Wenn's im Mund kribbelt

Beginnt es im Rachenraum nach einem Bissen ungewohnt zu jucken oder zu kribbeln, dann ist das ein deutliches Zeichen für eine Kreuzallergie. Patienten sollten den Apfel in dem Fall besser nicht weiter essen, sondern den Bissen ausspucken. Dasselbe gilt für solche Reaktionen bei der Haselnuss oder anderen Nahrungsmitteln. Die Symptome können allerdings nicht nur im Mund auftreten, sondern überall im Kopfbereich.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 22.09.2018

Mann mit Gasmaske hält Apfel in der Hand | Bild: colourbox.com

Es gibt weitere Symptome:

  • Manchmal spürt man auch ein leichtes Kratzen im Hals.
  • Es kann zu einem Bitzeln auf der Zunge kommen, zu einem pelzigen Gefühl.
  • Oder man hat sogar den Eindruck, die Zunge schwillt ein bisschen an.
  • Außerdem kann es in den Augen oder Ohren jucken.

Alles aber spürt man sofort. Deswegen müssen Birkenpollenallergiker beispielweise nicht rigoros Äpfel vom Speiseplan streichen, denn manche reagieren nur  während der Pollensaison so heftig, andere das ganze Jahr über. Außerdem gibt es Apfelsorten wie Braeburn, die für Allergiker verträglicher sind als andere.

Besondere Vorsicht während der Pollensaison

Wenn die Pollen fliegen, ist der ganze Körper eines Allergikers in Abwehrbereitschaft, weil er meint, er müsse sich gegen Feinde wehren. Deswegen ist es in der Zeit wahrscheinlicher, dass der Körper ähnliche Strukturen z.B. in Apfel, Haselnuss oder Karotte auch sofort entdeckt, als in einer Zeit, wenn das Immunsystem entspannt ist, weil es sich nicht bedroht fühlt. So kommt es, dass viele Birkenpollenallergiker im Herbst und Winter Äpfel gut vertragen.

Kreuzreaktion auf Haselnuss

Wie lange die Symptome anhalten, ist auch abhängig vom Auslöser, denn viele Pollenallergiker mit einer Kreuzreaktion auf Haselnüsse leiden das ganze Jahr über. Andere berichten aber auch, dass sie ihre Symptome nur in der Pollensaison spüren und nicht selten merken Patienten an ihrer Reaktion auf Nahrungsmittel, dass die Pollensaison beginnt.

"Manchmal sind die Fließschnupfenbeschwerden noch gar nicht vorhanden, aber man merkt beim Biss in den Apfel, dass es anfängt zu kribbeln. Wenn man sich dann über den Pollenflug informiert, stellt man fest, dass die Birkenpollen fliegen. Dann sollte man aufhören, Äpfel zu essen."

Dr. Imke Reese, Ernährungswissenschaftlerin und -therapeutin, München

Wann man ein Antihistaminikum nehmen sollte

In der Regel ist es so, dass man sehr schnell spürt, ob ein ganz bestimmtes Obst Kribbeln auslöst oder nicht. Spuckt man den Bissen dann aus und spült sich den Mund, lässt das Gefühl in der Regel nach und geht von alleine wieder weg. Ist das nicht der Fall, oder verstärkt es sich sogar noch, dann können Patienten ein Antihistaminikum lutschen, obwohl es bitter schmeckt. Doch auf diese Weise nimmt die Mundschleimhaut das Medikament optimal auf.

Kreuzallergien und Hyposensibilisierung

Leider wirkt sich eine Hyposensibilisierung nur bei rund 50 Prozent der Patienten auch positiv auf die Kreuzallergie aus. Es kann sein, dass die Kreuzallergie zwar nicht verschwindet, aber deutlich besser wird - doch eine Gewähr gibt es nicht.

Allergisches Asthma

Wer allergisches Asthma hat, sollte in der Pollensaison sein Asthma besonders gut einstellen lassen. Nur dann merkt er sofort, wenn Nahrungsmittel besondere Reaktionen auslösen.

"Wenn ich mein Asthma nicht gut eingestellt habe, d.h. mit meiner Lungenfunktion sowieso schon im Keller bin und einen Apfel esse, dann kann es auch zu heftigen Reaktionen kommen, für die nicht der Apfel zu verantworten ist, der hat nur das Fass zum Überlaufen gebracht."

Dr. Imke Reese, Ernährungswissenschaftlerin und -therapeutin, beim Deutschen Allergie- und Asthmabund, München


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