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Das Immunsystem irrt Was ist Pollenallergie?

Tag für Tag kommt das menschliche Immunsystem über Atemwege und Schleimhäute, über die Haut und den Magen-Darm-Trakt mit jeder Menge Fremdstoffe (Antigene) in Berührung, und das vom ersten Lebenstag an. Auf diese Weise lernt das Immunsystem, gefährliche Antigene zu bekämpfen, andere zu tolerieren. Doch manchmal irrt es sich und stuft an sich harmlose Stoffe als Gefahr ein.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 24.09.2018

Allergietest auf Unterarm | Bild: Imago Stock

Betroffen von Allergien sind immer öfter Kinder - inzwischen bis zu 40 Prozent eines Jahrgangs der Schulkinder. Doch auch die Gruppe der über 50-Jährigen wächst: Sie entwickeln erst im fortgeschrittenen Alter eine Allergie, manche allerdings hatten in ihrer Kindheit bereits Neurodermitis. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind etwa 15 bis 20 der Deutschen von Heuschnupfen geplagt, der häufigsten Form einer Allergie.

Sensibilisierung oder "erste Begegnung"

Eine Pollenallergie setzt eine Erstreaktion, eine Sensibilisierung voraus: Hierbei wird bei einem – zumeist frühen - Zusammentreffen mit dem Allergen das Immunsystem ein an sich harmloses Pollenallergen als potentiell gefährlich einstufen, es bilden sich dann Antikörper gegen das Allergen, vor allem vom Typ IgE, die allergenspezifisch sind und sowohl in Blut als auch Gewebe vorhanden sind und sich z.B. in den Schleimhäuten auf Mastzellen anlagern.

Zweite Begegnung

Kommt irgendwann später erneut solch ein Pollenallergen geflogen, dann haben mittlerweile die Mastzellen in der Schleimhaut eine Art kleiner Antennen aus Antikörpern gebildet - sie fangen dieses Allergen. Daraufhin platzt die Mastzelle und setzt Mediatoren wie z.B. Histamin und andere Botenstoffe frei.

"Manche Botenstoffe wirken schnell, andere eher langsam und alles zusammen setzt eine regelrechte Kaskade von Reaktionen in Gang, die dann in der Schleimhaut ablaufen."

Dr. Adam Chaker, Leiter der Allergieambulanz und HNO-Facharzt am Klinikum rechts der Isar in München

Folgeerscheinungen

Histamin führt dazu, dass Patienten z.B. niesen müssen. Die Nase kann allerdings auch laufen, zuschwellen oder verstopfen. Mehrere Stunden später setzt die sogenannte Spätphasenreaktion ein. Dabei handelt es sich um eine echte Entzündung.

Individuelle Behandlung

Mediziner unterscheiden Patienten mit verstopfter Nase von denen mit laufender Nase und Niesern. Außerdem gibt es Menschen mit die zusätzlich starke Augensymptome oder asthmatischen Beschwerden haben. Sie alle können mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt werden.


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