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Pollenallergie Folgeerkrankungen

Wird Pollenallergie nicht behandelt, kann sie sich zum Beispiel zu einem allergischen Asthma auswachsen. Ärzte sprechen dann von einem Etagenwechsel, denn die Krankheit wandert vom Kopf in die Lunge. So ein allergisches Asthma ist oft mit schwerer Atemnot verbunden, Patienten wachen zum Beispiel nachts schweißgebadet auf.

Stand: 22.09.2018

Junge mit Asthmainhalator | Bild: colourbox.com

Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds kann sich aus jedem dritten Heuschnupfen ein ganzjähriges allergisches Asthma entwickeln. Betroffen sind nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder.

"Das lässt sich verhindern, wenn ein Kind frühzeitig mit der einzigen dem Grunde der Krankheit entgegenwirkenden Therapie, nämlich der Hyposensibilisierung behandelt wird."

Dr. Oliver Fuchs, Oberarzt, Facharzt Pädiatrie und Allergologie, in Weiterbildung pädiatrische Allergologie und Immunologie, am Inselspital, Universitätsspital Bern (Schweiz)

Allergien weiten sich aus

Wer eine Pollenallergie nur oberflächlich behandelt, riskiert, dass das Immunsystem auf immer mehr Stoffe allergisch reagiert. Deswegen raten Ärzte allen Patienten, ihre Symptome ernst zu nehmen, auch wenn sie auf den ersten Blick fast banal wirken. Egal, ob Augen- oder Nasenjucken, Niesen, verringerte Nasenatmung, alles kann einem Arzt Hinweise auf eine leitliniengerechte Therapie geben.

Müdigkeit mit Folgen

Wer nachts häufig aufwacht und daraufhin tagsüber müde ist, bei dem kann zum Beispiel der Blutdruck und die Herzfunktionen in Mitleidenschaft gezogen werden. Das kann sogar zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Hinzu kommt bei manchen Patienten, dass sie nicht mehr so gerne Sport treiben, weil sie dabei schwitzen und das den Juckreiz in der Nase, den Augen oder Ohren fördern kann. Sie nehmen durch den fehlenden Sport möglicherweise zu, was wiederum oft mit erhöhtem Blutdruck einhergeht.

"Es kann in Extremfällen wirklich zu einer sehr starken Einschränkung der Lebensqualität führen. Was einfach nicht der Fall sein muss."

Dr. Oliver Fuchs

Folgekosten

Weltweit leiden etwa 500 Mio. Menschen an allergischen Erkrankungen. In Europa sind etwa zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung betroffen. Die direkten Kosten durch Therapie- oder Arztkosten belaufen sich in Europa auf rund zehn Mrd. Euro pro Jahr, dazu kommen indirekte Kosten durch Arbeitsausfälle. Insgesamt rechnen Ärzte mit einer Summe von etwa 20 Mrd. Euro europaweit im Jahr. Die bisher einzig bekannte ursächliche Therapie ist die Hyposensibilisierung - die Forschung ist also gefragt.


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