Bayern 2


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Dem Knochenschwund vorbeugen

Von: Monika Dollinger

Stand: 20.06.2018

Röntgenbild eines Knochens mit Osteoporose | Bild: colourbox.com

Osteoporose wird als Volkskrankheit eingestuft. In Deutschland sind rund sieben Millionen Menschen von niedriger Knochendichte und erhöhtem Risiko für Wirbelbrüche betroffen – das sind etwa acht Prozent der Bevölkerung.

Expertin:

PD Dr. Vanadin Seifert-Klauss, Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Leitung des Interdisziplinären Osteoporosezentrums (IOZ) und stellvertr. Leiterin des Endometriosezentrums, Klinikum rechts der Isar in München | Bild: privat

Prof. Dr. Vanadin Seifert-Klauss, Leiterin des Interdisziplinären Osteoporosezentrums am Klinikum rechts der Isar in München

Die Patienten haben dünnere Knochen und erleiden deshalb häufiger Frakturen.

Wenn die Knochen brüchig werden

Osteoporose ist oft vermeidbar und behandelbar. Ernährung und Bewegung spielen dabei auch eine Rolle. Wer bereits Fälle von Osteoporose in der Familie hat, trägt ein erhöhtes Risiko. Osteoporose heißt vereinfacht „Knochenschwund“.

Dabei werden die kleinen Knochenbälkchen dünner und in dem Knochengeflecht entstehen zunächst kleine Lücken. Das Knochengerüst wird weniger belastbar, und irgendwann kommt es zum sichtbaren Knochenbruch oder Wirbelkörper sinken zusammen. Wenn die Schränke in der Wohnung einem höher vorkommen und man um vier oder mehr Zentimeter kleiner geworden ist, sollte nach einer Osteoporose gesucht werden.

Typische Osteoporose-Frakturen sind Radius-(Unterarm-)Fraktur, Wirbelbrüche und - meist später im Leben - Schenkelhalsfrakturen, die besonders gefürchtet sind.

Ist Osteoporose behandelbar?

Noch vor 20 Jahren wurde die Osteoporose als schicksalhafte Alterskrankheit angesehen. Heute ist gesichert: Wenn Arzt und Patient gut zusammenarbeiten, lässt sich Osteoporose vermeiden oder verbessern. Sogar eine bestehende, sogenannte manifeste Osteoporose (mit Frakturen), lässt sich im frühen Stadium gut behandeln.

Wie groß ist das Osteoporose-Risiko?

Die Lebenserwartung der Europäer steigt stetig. Damit wächst auch das Osteoporose-Risiko, denn mit zunehmendem Alter verliert der Mensch Knochenmasse. Deshalb muss jeder mehr für seine Gesundheit tun – gerade für den Knochen. Osteoporose könnte in den kommenden Jahren eine der teuersten Krankheiten überhaupt werden. Bereits heute sind viele Krankenhausbetten durch Patienten belegt, deren Osteoporose nicht rechtzeitig erkannt oder behandelt wurde.

Jeder ist seines Skelettes Schmied

Das heißt: Menschen ohne chronische Erkrankungen haben es selbst in der Hand, wie gut und stabil ihre Knochen sind. Es ist abhängig vom individuellen Lebensstil. So wie man zweimal am Tag die Zähne putzt, sollte man täglich auch an die Knochen denken. Das heißt: Rauchen einstellen, mindestens 20 Minuten am Tag Bewegung und auf eine gesunde Ernährung achten.

Dem Text liegt ein Gespräch mit Prof. Dr. Vanadin Seifert-Klauss, Leiterin des Interdisziplinären Osteoporosezentrums am Klinikum rechts der Isar in München, zugrunde.

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