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Vorbeugung Risikofaktoren für Osteoporose

Es gibt Faktoren, die den Knochenschwund begünstigen, die man nicht selbst beeinflussen kann. Es gibt aber auch solche, die mit dem Lebensstil zusammenhängen und die vermeidbar wären.

Stand: 18.06.2018

Rauchen erhöht das Osteoporose -Risiko - im Bild: Junge Frau rauchend im Park | Bild: colourbox.com

Vermeidbares Risiko: Wodurch kann Osteoporose ausgelöst werden?

  • Familiäre Belastung (vor allem Eltern mit einer Schenkelhalsfraktur)
  • Hohes Alter
  • Vitamin-D-Mangel
  • Calciumarme Ernährung
  • Beschleunigter Knochenabbau in den Wechseljahren
  • Längerfristige Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. Cortison; Aromatase-Hemmer bei Brustkrebs-Erkrankung; Androgen-Entzugstherapien nach Prostatakarzinom-Erkrankung; Antiepileptika, Protonen-Pumpen-Inhibitoren (sogenannte PPIs) zur Hemmung der Magensäure)
  • Depression
  • Längere Bettruhe oder Immobilisation im Rollstuhl
  • Untergewicht (BMI unter 20 kg/m2)
  • Übermäßiger Alkoholkonsum
  • Rauchen

Osteoporose beginnt nicht erst im Alter von 50 Jahren, sondern hat eine lange Vorgeschichte. Ob man Osteoporose später bekommt oder nicht, hängt zum Teil auch davon ab, ob man in der Kindheit genügend „Kapital“ an Knochen gebildet hat.

Da kann man nicht vorbeugen

Nicht beeinflussbar sind zum Beispiel erbliche Faktoren. Ebenfalls außerhalb des Einflusses des Patienten ist die natürliche, aber knochenschädliche Umstellung des Hormonhaushaltes während der Menopause. Schwangerschaften und die Stillzeit führen nicht wegen der Hormone zu vermehrtem Knochenabbau, sondern wegen der erhöhten Anforderungen durch die Mineralisierung des kleinen Skeletts, für dessen Aufbau große Mengen an Kalzium mobilisiert werden müssen, - aus den hoffentlich guten Reserven im Knochen der werdenden Mutter.

Folge von Krankheiten

Auch sehr viele Krankheiten führen zu Osteoporose, zum Beispiel Asthma bronchiale, Herzkrankheiten, Rheuma und Transplantationen. Außerdem haben viele Medikamente negative Auswirkungen auf die Knochen, allen voran Kortison. Daneben spielen zunehmend auch manche Krebstherapien eine Rolle – Aromatase-Inhibitoren bei der Behandlung von Brustkrebs verschlechtern die Knochendichte ebenso wie Hormon-Entzugstherapien, die bei Brustkrebs, Endometriose, aber auch bei Prostata-Karzinomen eingesetzt werden.

Tipp bei Kortison

Jeder Patient, der länger als ein halbes Jahr ein Kortison-Präparat nehmen muss, sollte deshalb seine Knochendichte untersuchen lassen.

Frauen sind öfter betroffen als Männer

75 Prozent der Osteoporose-Patienten sind Frauen.

  • Das liegt zum einen daran, dass sie weniger von dem kortikalen (äußeren, härteren) Knochen aufbauen, und mehr von dem trabekulären (inneren) Knochen, aus dem im Bedarfsfall – z.B. in der Schwangerschaft – aber auch bei Hormonentzug sehr schnell Kalzium und damit Knochendichte abgebaut wird. Bei Männern ist der kortikale Knochenanteil höher.
  • Zudem verlieren Frauen während der hormonellen Umstellung in der Menopause zwei bis vier Prozent ihrer Knochenmasse pro Jahr. Etwa ein Viertel aller Frauen verliert in dieser Zeit besonders viel Knochendichte – diese „Schnellverlierer“ sind stärker Osteoporose-gefährdet.

Allerdings: Da die Lebenserwartung insgesamt steigt, bekommen auch immer mehr Männer Osteoporose. Inzwischen leiden auch mehr Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an Osteoporose, bedingt durch Bewegungsmangel und Ernährungsfehler. Auch nach einer Schwangerschaft kann es zu Knochenschwund mit Auftreten von Wirbelbrüchen kommen.

Tipp:

Deshalb sollten Schwangere mit Risiko für Osteoporose, mit Zwillingsschwangerschaften und mit längerer Bettlägerigkeit (z.B. bei Frühgeburtsbestrebungen) stets Kalzium und Vitamin D substituieren.

Eisprung beeinflusst Knochen

Lang anhaltender, beruflicher Stress kann zudem auch bei jungen Frauen dazu führen, dass sie keinen Eisprung haben und das kann sich auch auf die Knochen auswirken. Denn das Gelbkörperhormon (Progesteron), das nur nach einem Eisprung in nennenswerten Mengen im Frauenkörper gebildet wird, fördert den Knochenaufbau. Im Rahmen einer Beobachtungsstudie haben Wissenschaftler des Interdisziplinären Osteoporosezentrums der TU München herausgefunden, dass der Knochenaufbau nur in den zweiten Zyklushälften von Zyklen mit Eisprung angestiegen ist. Während er das nicht tat, wenn in den Zyklen kein Eisprung war.

Knochen-Schnell-Verliererinnen

Zu diesen „fast losers“ zählen sowohl ca. 25 Prozent der Frauen, die während der Wechseljahre überdurchschnittlich viel Knochendichte verlieren, als auch junge Brustkrebspatientinnen, die im Rahmen der Chemotherapie die Eierstockfunktion verlieren. Sie werden zum Teil jahrelang mit Medikamenten behandelt, die dem Körper Östrogen entziehen. Rund 20 Prozent von ihnen haben deswegen erhöhtes Risiko, sich in den folgenden zehn Jahren etwas zu brechen.

Erhöhtes Osteoporose-Risiko bei Essstörungen

Junge, dünne Mädchen müssen wissen, dass sie ein erhöhtes Osteoporoserisiko haben. Es gilt der Satz: Dünne Frauen, dünne Knochen. Das hängt damit zusammen, dass dünne Frauen weniger Fettgewebe haben; doch genau dort wird das Östrogen produziert, dass wichtig für den Aufbau von Knochenmasse ist. Raucht diese dünne Frau auch noch und hat wenig Bewegung, wird sie eine Osteoporose-Risiko-Kandidatin. Eine von 200 jungen Frauen ist von Osteporose betroffen.


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