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Nile Rodgers wird 70 Von David Bowie bis Beyoncé - diese Hits verdanken wir dem "Hitmaker"

"Le Freak", " Like A Virgin". "Let's Dance" oder "Get Lucky". Hits ohne Ende. Und alle gehen sie auf das Konto des New Yorker Gitarristen und Produzenten Nile Rodgers. Das amerikanische Musik-Fachblatt „Billboard“ nannte ihn einst „The Hitmaker“. Wir gratulieren zum 70. Geburtstag.

Stand: 16.09.2022

Nile Rodgers | Bild: picture alliance / empics | Ian West

Neil Rodgers war erst 25 Jahre alt, als er unsterblich wurde. 1977 nämlich erschien mit "Le Freak" der erste von vielen Hits seiner wegweisenden Gruppe Chic. Der New Yorker hatte die Band mit dem kongenialen Bassisten Bernard Edwards gegründet, nachdem er sich vom Jazz abgewendet hatte. Aber Disco war eben unwiderstehlich, erzählt auch der Hitmacher selbst im Interview:

"Als Disco uns aufgesaugt hat, war die Szene noch eine liebevolle, vertrauenswürdige Umgebung für Eskapisten. Und wir haben schnell kapiert, dass man Disko kaum widerstehen kann, denn sie sagt: Komm rüber zu uns, das Leben ist schön!"

Nile Rodgers

Wegweisend für die Zukunfts des Pop

Chic wurde die Hausband der legendären New Yorker Disco „Studio 54“ und lieferte beständig neues, unwiderstehliches Material für den Dancefloor. Edwards treibende Bassläufe und Rodgers typisch-abgehackter Gitarrenstil - er nennt ihn „Chucking“ in Erinnerung an Chuck Berrry - waren wegweisend für die Zukunft des Pop. Der Basslauf von „Good Times“ wurde zunächst von Queen für ihren Welthit „Another One Bites The Dust“ kopiert und anschließend gesamplet von der Sugarhill Gang für „Rapper’s Delight“-  den ersten bekannten Hip-Hop-Song überhaupt.

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Chic - Good Times (1978) | Bild: MASTER MUSIC BOX (via YouTube)

Chic - Good Times (1978)

Als die Disco-Welle in den 80er abebbt, wurde Nile Rogers zu einem der gefragtesten Produzenten. Er ist an Madonnas „Like A Virgin“ maßbeglich beteiligt, an David Bowies Comeback-Album „Let’s Dance“ oder an Diana Ross letzten Riesenhits. Kaum ein Star der 80er lässt es sich entgehen, mit Nile Rogers zu arbeiten. Das amerikanische Branchenblatt „Bilboard“ verpasste ihm den Spitzamen „The Hitmaker“, weil so vieles, was er anfasst, zu Gold wird.

Der Nachruhm ist ihm gewiss

Aber Rodgers sieht sich bescheiden, längst eher als Mann hinter den Kulissen. Seiner Mutter - einem Klassikfan - erklärt er seine Arbeit so:

"Beethoven kann zwar die 9. Symphonie allein schreiben, aber sie nicht allein aufführen. Dazu braucht er ein Orchester. Ich kann 'I want your love' zwar schreiben, aber ich brauche ein Ensemble, um es zu spielen. Ich bin Autor und Produzent. Ich trage nur ein bisschen Background-Gesang und meine Gitarre bei. So arbeite ich."

Nile Rodgers

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CHIC - I Want Your Love (Official Music Video) | Bild: RHINO (via YouTube)

CHIC - I Want Your Love (Official Music Video)

Mag es Anfang des 21sten Jahrhunderts auch etwas ruhiger um Nile Rodgers geworden sein, so kehrt er doch 2013 triumphal zurück. Für die französische Band „Daft Punk“ veredelt er deren Erfolgs-Album „Random Access Memory“. Danach regnet es weitere Grammies und Lobeshymnen auf den weiterhin fleißigen Arbeiter. Auch an dem neuen Beyonce Album "Renaissance" war Rodgers beteiligt. Der Mann weiß, dass ihm der Nachruhm gewiss ist.

"Als wissenschaftsgläubiger Denker weiß ich, dass meine Zeit auf Erden begrenzt ist. Aber wenn man etwas tiefer gräbt, ist klar: Alles, was es gibt, war schon immer da. Ich verlasse die Welt also nicht wirklich, ich werde einfach recycelt."

Nile Rodgers