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Was ändert sich? Neuerungen beim Check-up in der Hausarztpraxis

Beschlossen, aber derzeit noch nicht umzusetzen sind Änderungen am Modell der Gesundheitsuntersuchung. Im Laufe des Jahres 2019 wird sich einiges ändern.

Von: Sabine März-Lerch

Stand: 26.11.2018

Eine Ultraschallunterschung des Bauches im Rahmen eines Basis-Screenings wäre wünschenswert, bleibt aber wohl auch nach der Reform eine IGeL-Leistung. | Bild: picture-alliance/dpa

Zukünftig werden bereits Versicherte ab einem Alter von 18 Jahren Anspruch auf die Leistungen der Gesundheitsuntersuchung haben. Bislang liegt die Altersgrenze bei 35 Jahren.

"Das ist an sich erfreulich, aber als Kommentar muss ich sagen: Ich sehe das mit verhaltener Begeisterung, da jemand, der unter 35 ist, entweder eh schon eine chronische Krankheit hat und damit eh selber in die Praxis kommt. Und der Rest der sogenannten Zielgruppe kommt im Regelfall gar nicht und meistens sind keine relevanten medizinischen Befunde zu erheben. Das ist schon ein bisschen Augenwischerei, das muss man in aller Deutlichkeit sagen."

Prof. Jörg Schelling

GU einmal zwischen 18 und 35, dann alle drei Jahre

Im Alter zwischen 18 und 35 Jahren kann die Gesundheitsuntersuchung einmalig in Anspruch genommen werden, ab einem Alter von 35 Jahren alle drei Jahre. Derzeit gilt hier ein Intervall von zwei Jahren.

"Das mit den drei Jahren ist - ganz offen - katastrophal. Wir haben bisher sowohl die GU im Zwei-Jahres-Rhythmus, als auch das Hautkrebs-Screening im Zwei-Jahres-Rhythmus, da konnte man übersichtlich abwechseln. Jetzt wird es ein Kuddelmuddel geben. Außerdem: Wenn ein 35-Jähriger das nächste Mal mit 38 Jahren kommt, das mag ja ok sein, aber ein 75-Jähriger, wenn der das nächste Mal erst in drei Jahren kommt, da schaut das schon anders aus."

Prof. Jörg Schelling

Weitere Laborwerte und Impfberatung

Weitere Laborwerte können erhoben werden, eine Impfberatung kommt dazu.

"Erweiterte Blutwerte, das ist ja so erst mal nicht schlecht, läuft aber hinter der Realität her, weil die im sogenannten Hausarztmodell schon drin waren, das ist kein großer Wurf zu sagen, machen wir ein bisschen mehr Labor. Außerdem ist es nichts anderes als die Aufspaltung von Cholesterin in seine Untergruppen – meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Zur Impfberatung: Ich denke, die Politik hat keine Lösung, wie sie mit der Impfverdrossenheit umgehen kann und da klingt es politisch schön, bei der GU würde auch über Impfung gesprochen. Da muss man sagen, 'Impfberatung' war immer schon Teil der GU, war immer schon Teil jeder verantwortungsvollen Vorsorge."

Prof. Jörg Schelling

Krebsfrüherkennung

Auch auf Risikofaktoren für onkologische Erkrankungen soll im eingehenden Gespräch Bezug genommen werden und auf das Angebot von Krebsfrüherkennungsuntersuchungen hingewiesen werden.

Und: Die Beratung erhält ein stärkeres Gewicht.


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