Bayern 2


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Bayern 2 MusikFavorit Ben Caplan: "Old Stock"

Ben Caplans neues Album "Old Stock" ist keine gewöhnliche Sammlung von Songs, sondern ein Konzeptalbum, das er zunächst erfolgreich als Musical auf die Bühne gebracht hatte. Der Kanadier nimmt uns darin mit ins Jahr 1908 in seine Heimatstadt Halifax.

Von: Claus Kruesken

Stand: 26.06.2018

Ben Caplan | Bild: Jamie Kronick

Die "Traveller", die Reisenden, die damals dort ankamen, sind jüdische Flüchtlinge aus Rumänien, die ein neues Leben beginnen wollen, mit all ihren Bräuchen im Gepäck.

Ben Caplan: Stimme, Story, Gott

"Old Stock" ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich: Da ist einmal der stimmgewaltige Ben Caplan mit seiner wilden Mähne und dem großen Bart, der sich gar nicht gern an Singer/Songwriter-Konventionen hält – und der auch einen Auftritt als Gott auf diesem Album bekommt. Da ist die dramatische Geschichte zweier Flüchtlinge, die Caplan durchaus humorvoll erzählt. Da ist ein wahrer Sturm an Musik von Klezmer bis Rock und Folk. Ein Album, auf das man sich in Gänze einlassen muss. Und das lohnt sich!

Wie "Old Stock" entstanden ist

Ben Caplan: "Old Stock", erschienen bei Under Control Entertainment

Die Story basiert auf der wahren Geschichte der Urgroßeltern der kanadischen Dramatikerin Hannah Moscovitch, mit der Ben Caplan für dieses Projekt zusammenarbeitet. Moscovitch hatte das kanadische Einwanderungsmuseum Pier 21 in Halifax besucht. Ein weiterer Anlass, sich mit den Themen Flucht und Neuanfang künstlerisch auseinanderzusetzen, war ein Satz des früheren kanadischen Premierministers Harper, der 2015 die Bewohner seines Landes als "Altbestand" – "Old Stock" – gegen die ankommenden Flüchtlinge abgrenzte. Das entfachte damals eine Kontroverse in der Presse – schließlich sind auch die heutigen Kanadier meist Nachfahren von Auswanderern. So kam es dann auch zum Titel des Albums.


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