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Musik-App Musical.ly: Die Gefahren hinter der Spaß- App

Die App Musical.ly begeistert Kinder und Jugendliche. Besonders junge Mädchen tanzen und bewegen die Lippen zu Musik und zeigen sich gern leicht bekleidet in ihren Videos. Der Gefahren sind sie und ihre Eltern sich nicht immer bewusst.

Von: Marlene, Mengue

Stand: 11.05.2018

Die App Musically begeistert Kinder und Jugendliche. Besonders junge Mädchen tanzen und bewegen die Lippen zu Musik und zeigen sich gern leicht bekleidet. Den Gefahren sind sie sich nicht immer bewusst. Worauf Eltern achten sollten. | Bild: BR

Musical.ly ist DER Hype auf den Schulhöfen. In der App laden Kinder und Jugendliche kurze Videoclips hoch, bei der sie tanzen und die Lippen zu einer vorgegeben Musik bewegen. Dafür vergeben sie gegenseitig Herzchen. Im Hinterkopf haben viele den Traum berühmt zu werden. Vorbild sind die die 15-jährigen Zwillinge Lena und Lisa. Sie sind durch die App weltweit berühmt geworden – und sind nun Vorbild vieler junger „Muser“- so nennt man die Nutzer bei musically.

Mehr Likes, mehr Follower - egal wie

Die Musical.ly und Social-Media-Stars Lisa und Lena sind mit ihren rund 10,4 Millionen Followern auf Instagram berühmt geworden.

Die Jugendlichen wollen mehr Likes und mehr Follower. Und das geht eben am schnellsten, wenn man in knappen Höschen und mit sexy Gesten tanzt. Die meisten Profile sind öffentlich, jeder kann sie sehen – und kommentieren. Das nutzen deutlich ältere User aus. Sie spornen die Mädchen zu noch „heißeren“ Videos an, verdeutlicht Medienpädagogin Iren Schulz vom Elternratgeber „Schau hin“:

"Diese Altersphase ringt ja auch um Anerkennung und Gemocht werden. Insofern fällt diese Anerkennung auch von solchen problematischen Personen auf sehr fruchtbaren Boden. Und diejenigen wissen das sehr wohl die Naivität von Heranwachsenden an dieser Stelle auszunutzen."

Iren Schulz, Medienpädagogin

Jugendliche umgehen Schutzmaßnahmen der App

Dabei sind viele Musical.ly-Nutzer gerade mal acht Jahre alt. Die App ist aber erst ab 13 empfohlen. Wer unter 18 ist, braucht eigentlich eine Einverständniserklärung der Eltern -  das Alter wird zwar bei der Anmeldung abgefragt, aber niemand kontrolliert es.

Musical.ly hat sich mittlerweile auch dazu geäußert: Das Portal verfüge über eine „Vielzahl an Schutzmaßnahmen“. Eine dieser Maßnahmen besteht darin, problematische Hashtags wie zum Beispiel „bikini“ oder „bellydance“ zu sperren. Doch die jungen User sind kreativ: Sie verändern einfach die Schreibweise der Schlagwörter und posten weiter ihre Videos. 

Worauf Eltern achten sollten

Iren Schulz rät den Eltern, gemeinsam mit ihren Kindern die Profile einzurichten und sie so sicher wie möglich zu machen.

"Also dass man das Profil beispielsweise auf privat stellt, das heißt es können nur Personen die Inhalte sehen mit denen die auch befreundet sind. Man kann auch die Videos in nem privaten Modus teilen, sodass es wirklich in dem begrenzten Publikumsfeld bleibt."

Iren Schulz, Medienpädagogin.

Wichtig ist es auch die Standortdaten zu verbergen, oder auch nur Direktnachrichten von Personen zuzulassen die man kennt. Den Kindern hinterher zu spionieren oder die App ganz zu verbieten, davon rät die Medienpädagogin ab. Musically habe durchaus einen pädagogischen Wert – die jungen Nutzer können sich dort kreativ und musikalisch ausprobieren. Nur wem die Kinder das alles zeigen wollen, darüber sollten Eltern offen mit ihnen sprechen.


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