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Arzt-Patienten-Gespräch Tipps zum richtigen Umgang mit dem Arzt

Arzt und Patient müssen sich gegenseitig vertrauen und respektieren. Diese Akzeptanz muss so weit gehen, dass Patienten auch andere Behandlungsmethoden, von denen sie gehört haben, mit dem Arzt besprechen können.

Stand: 09.05.2018

Arzt und Patient geben sich die Hand | Bild: colourbox.com

Die Form einer Tablette, die Farbe der Wände in der Praxis oder ähnlichen Details beeinflussen das Verhalten des Patienten, seine Therapietreue, seine Zufriedenheit mit einer Behandlung, die sogenannten Context Effects. Aber am wichtigsten ist die Art und Weise, wie der Arzt mit dem Kranken umgeht.

"Vor allem seine Stimme, seine Aufmerksamkeit, sein Interesse an der Person des Patienten hatten direkte Auswirkungen auf den Heilungserfolg. Man mag dabei von Placebo-Wirkungen sprechen, aber sie sind wichtig, weil sie das Vertrauen in den Arzt stärken."

Internistin Dr. Marianne Koch

Offenheit

Ganz wichtig ist es, dem Arzt auch mitzuteilen, wenn man Mittel der komplementären Medizin – homöopathische oder pflanzliche – einnimmt. Viele von ihnen können teils unangenehme Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten verursachen oder, beispielsweise, die Blutgerinnung vor Operationen verändern. 

Lieber schwarz auf weiß: Notizen gegen die Nervosität

Der Patient hat die Arztpraxis verlassen und stellt fest: Er hat die Hälfte von dem, was er fragen wollte, nicht gefragt und die Hälfte von dem, was der Arzt gesagt hat, nicht verstanden oder schon wieder vergessen. Das ist verständlich, da viele Patienten beim Arztbesuch ängstlich oder nervös sind.

Tipps

  • Schreiben Sie sich einen Zettel mit Ihren Fragen, Ihren Beschwerden und Ihren bisherigen Erkrankungen, bevor Sie zum Arzt gehen, und arbeiten Sie diesen Zettel gemeinsam mit dem Arzt durch.
  • Dasselbe gilt für das, was Ihnen der Arzt zu sagen hat: Scheuen Sie sich nicht davor, dem Arzt zu sagen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Bitten Sie ihn, dass er Ihnen die wichtigsten Punkte kurz notiert. Dann können Sie zu Hause noch einmal in Ruhe nachschauen.

Das Problem der zweiten Meinung: Keine falsch verstandene Loyalität

Lautet die Diagnose „Grippaler Infekt“, so wird sich wohl kaum ein Patient diese ärztliche Meinung von einem unabhängigen Kollegen bestätigen lassen. Das wäre sicherlich auch übertrieben. Viele Patienten aber holen sich auch dann keine zweite Meinung ein, wenn die Diagnose wesentlich schwerer wiegt, zum Beispiel bei Krebs. Sie wollen gegenüber ihrem Arzt loyal sein und seine Arbeit nicht infrage stellen. Diese Zurückhaltung aber ist möglicherweise fatal. Denn gerade bei lebensbedrohlichen Erkrankungen kann eine fehlerhafte Diagnose auch eine faIsche Therapie nach sich ziehen. Und vor fehlerhaften Diagnosen sind auch Ärzte nicht gefeit. Nach Ansicht von Dr. Marianne Koch sind die meisten ihrer Kollegen froh, wenn sie die Verantwortung bei einer heiklen Diagnose nicht alleine tragen.

Tipp:

Den Arzt gegebenenfalls darüber informieren, dass man vor Therapiebeginn erst noch einen (weiteren) Experten konsultieren will. Ein guter Arzt hat dafür Verständnis und unterstützt den Patienten dabei.


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