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Mobiler Gottesdienst in Grafrath Wenn die Kirche zu den Menschen kommt

Wenn der Traktor mit Anhänger kommt, findet in der evangelischen Kirchengemeinde Grafrath wieder ein "Bauwagengottesdienst" statt – meist an ungewöhnlichen Orten. Mit Sicherheitsabstand, aber in der Gemeinschaft. Wir waren bei einem Gottesdienst auf Campingstühlen dabei.

Von: Steffen Grütjen

Stand: 06.08.2020

Campingstühle ersetzen die Kirchenbank  

In Grafrath im Landkreis Fürstenfeldbruck waren sie ihrer Zeit voraus: Gottesdienste im Freien gibt es dort schon seit über fünf Jahren – lange vor der Corona-Pandemie. 
Aber wie fühlt sich so ein Gottesdienst auf Campingstühlen an? 

Mit dem Keyboard auf dem Sportplatz  

Gemeindegottesdienst auf dem Sportplatz in Adelshofen am vergangenen Sonntag: 28 Menschen sind gekommen, mit Camping- oder Holzstühlen in der Hand. In Zeiten von Corona muss die jeder selbst mitbringen. 
Weil die Gemeinde auf dem Rasen unmöglich eine Orgel aufbauen kann, spielt Klaus Corbach Keyboard und die Musik kommt aus Lautsprechern. 
Pfarrer Niclas Willam-Singer ist begeistert:

"Kirche ist nicht nur Kirchenraum. Sondern Kirche ist da, wo Menschen unter Gottes Wort zusammenkommen."

Niclas Willam-Singer, Gemeindepfarrer

Bangen um das Wetter beim Bauwagengottesdienst 

Outdoor-Gottesdienst heißt auch, dass man das Wetter so nehmen muss, wie es kommt. Wegen Regen sind in den letzten Wochen schon zwei Gottesdienste ausgefallen. Diesmal meint es das Wetter aber gut und es beginnt erst beim Abbau zu regnen.

Outdoor-Gottesdienst soll auch kirchenscheue Leute ansprechen 

Mit ihren Gottesdiensten in den Dörfern zeigt die Kirchengemeinde Präsenz, auch in den kleinen ländlichen Ortschaften. Für viele Besucher ist der Gottesdienst dann fast vor der Haustür. Sie müssen keine langen Wege auf sich nehmen, um zur nächstgelegenen Kirche zu fahren. 

Das Konzept mit dem Bauwagen scheint aufzugehen: "Wir wollen zu den Leuten gehen. Wir müssen immer bedenken, dass wir viele Leute im Umkreis erreichen", sagt Kirchenvorstand Heila Steinmann. Und sie betont, es sei wichtig, "auch Leute anzusprechen, die vielleicht auch den Kirchenraum oder alte Strukturen scheuen".


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