Bayern 2


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Dritter Tag "Mitmischen" im BR "Bayern 2 hat mein Leben gerettet"

Live im Studio in der Sendung "Gesundheitsgespräch" erfahren, wie das Programm von Bayern 2 entsteht. Auch für die "Mitmischerinnen" und "Mitmischer" bei BAYERN 1 und bei PULS bietet Tag drei der BR-Publikumsaktion allerhand Aufregendes und Neues.

Von: Lena Erhard

Stand: 13.06.2018

Sieben BR-Hörerinnen und Hörer aus allen Regionen Bayerns sind am Mittwoch in das Münchner Funkhaus gekommen, um für einen Tag bei Bayern 2 "mitzumischen".

In der Vorstellungsrunde zusammen mit Bayern 2-Programmbereichsleiter Stefan Maier erzählen sie, warum sie das Programm so gerne hören. Stefan Maier ermutigt die Besucher: "Sie dürfen auch Kritik üben oder Fragen stellen. Uns interessiert vor allem auch, was Ihnen an unserem Programm nicht gefällt."

Doch alle Gäste haben einen guten Grund, warum sie gerade Bayern 2 hören. Doris Burghart-Kirsch aus Freising bei München erstaunt mit der Aussage: "Bayern 2 hat mein Leben gerettet. In den Jahren, als ich mich den ganzen Tag alleine zuhause um meine drei kleinen Kinder gekümmert habe und mein Mann erst spätabends aus der Arbeit kam, lief Bayern 2 bei mir durchgehend. Das war ein sehr wichtiger Ausgleich für mich."

Bayern 2-Programmbereichsleiter Stefan Maier (hinten rechts) begrüßt die Bayern 2-"Mitmischer".

Nach diesem begeisterten Hörerfeedback erklären Stefan Maier und der Leiter der Programmredaktion Bayern 2, Alexander Schaffer, was der Claim des Senders "Grenzenlos hören" bedeutet und welche Überlegungen hinter dem Bayern 2-Programm stehen. "Die große Herausforderung ist es, neue, vor allem auch junge Hörer dazu zu gewinnen und gleichzeitig die langjährigen Stammhörer nicht zu verprellen", erzählt Schaffer.

Dann heißt es für die "Mitmischer" live erleben, wie das Programm entsteht. Ein Teil hat die Gelegenheit, hinter die Kulissen von "Dossier Politik" zu blicken. Ein anderes Grüppchen folgt Notizbuch-Redaktionsleiterin Sybille Giel schnellen Schrittes ins Studio des "Gesundheitsgesprächs". Schließlich startet gleich die Live-Sendung zum Thema "Frauensprechstunde". "Das ist für mich wie ein Sechser im Lotto, dass ich beim Gesundheitsgespräch dabei sein darf. Das höre ich mit großer Begeisterung", schwärmt Hildegard Krausenböck.

"Mitmischerin" Hildegard Krausenböck (re) im "Gesundheitsgespräch" im Bayern 2-Studio

Natürlich meldet sich die Günzburgerin sofort, als Sybille Giel anbietet, dass eine Teilnehmerin live im Studio eine Frage stellen darf - an Moderatorin Ulrike Ostner und an Studiogast Dr. Vanadin Seifert-Klauss. Währenddessen erklärt Johannes von Creytz den restlichen "Mitmischern" in der Studioregie, wie die Anrufe in das Studio geschaltet werden, welchen Kriterien entscheidend sind dafür, wer durchgestellt wird und was es zu beachten gibt, wenn jemand anonym bleiben will.

Nach einem intensiven Tag "Mitmischen" in den Bayern 2-Redaktionen kommen die Teilnehmer der Publikumsaktion noch einmal mit Bayern 2-Programmbereichsleiter Stefan Maier und seinem Stellvertreter Alexander Schaffer für eine Abschlussrunde zusammen. Erneut starten die beiden einen Versuch, die "Mitmischer" zu Kritik an Bayern 2 zu ermutigen. Schließlich haben die Besucher intensive Einblicke in die Arbeit des Senders erhalten und unter anderem zusammen mit Redakteurin Sybille Giel im Studio eine ganze Ausgabe der Diskussionssendung "Freitagsforum" aufgezeichnet. Doch auf die Frage "Was würden Sie sofort ändern, wenn Sie einen Tag Programmbereichsleiter von Bayern 2 wären?" haben die Hörerinnen und Hörer, die für einen Tag bei Bayern 2 mitgewirkt haben, tatsächlich keine Antwort parat. Stattdessen erzählen die "Mitmischer", dass sie, jetzt wo sie einmal im Redaktionsalltag mitgewirkt und die Herausforderungen der journalistischen Arbeit live miterlebt haben, das Programm noch mehr zu schätzen wüssten.

"Mitmischen" bei BAYERN 1: "Ich werd jetzt ganz anders Radio hören"

Zu Gast im Studio von BAYERN 1 bei Moderator Christoph Deumling (rechts)

Im Sendestudio von BAYERN 1 im Münchner-Funkhaus nutzen die "Mitmischer" die Gelegenheit, Moderator Christoph Deumling zu fragen, was sie schon lange wissen wollten: Wie bekommt der Moderator im Studio mit, wenn aktuell etwas Wichtiges passiert? Kommt man, wenn man bei BAYERN 1 anruft, direkt im Studio raus? Nimmt Markus Fahn seine Hündin Marla wirklich mit ins Studio?

Danach geht es weiter zu BAYERN 1- Produktionschef Tobias Prager. Er erklärt, den "Mitmischern" wie er mit seinen Kollegen vom Sounddesign dafür sorgt, dass die Hörer beim Einschalten des Radios sofort erkennen, dass BAYERN 1 läuft – also wie das unverkennbare Klangbild des Senders entsteht. Als er ihnen das sogenannte akkustische Logo von BAYERN 1 zeigt - drei Töne, die immer wieder in Lieder eingebaut werden - staunen die treuen Hörer des Senders nicht schlecht. "Das ist mir bisher nie aufgefallen. Jetzt wo ich das weiß, werde ich in Zukunft ganz anders Radio hören", sagt Martha Dirr aus Ingolstadt. Schließlich ergibt sich zwischen den "Mitmischern" und Produktionschef Tobias Prager eine rege Diskussion über die Veränderungen der Mediennutzung und die Herausforderungen für Radiosender durch Streaming-Plattformen wie Spotify. Doch "Mitmischerin" Karola Teuber aus dem niederbayerischen Geiersthal bei Regen ist sich sicher: "Egal, was es Neues gibt - mich werden Sie als Hörerin nicht verlieren."

Musikredakteur Martin Pohlers erklärt, wie die Musikauswahl bei BAYERN 1 läuft.

Nach welchen Kriterien wird die Musik für BAYERN 1 ausgewählt? Das erfahren die "Mitmischer" anschließend von Martin Pohlers, Leiter der BAYERN 1-Musikredaktion. Er erklärt den drei Besuchern, wie die Redaktion mit Hilfe der Marktforschung ermittelt, welche Lieder dem BAYERN 1-Publikum gefallen könnten. Schließlich ist es das Ziel der Redaktion, den Geschmack von möglichst vielen der drei Millionen Menschen zu treffen, die pro Tag BAYERN 1 hören. Dadurch erklärt sich für "Mitmischerin" Martha Dirr auch, warum BAYERN 1 zum Beispiel nie Helene Fischer spielt. Darüber hatte sie sich schon gewundert. "Helene Fischer wird von ihren Fans geliebt, aber es gibt auch viele Hörer, die sie absolut gar nicht ausstehen können. Die würden wir vielleicht schon durch ein Lied von ihr verlieren,“ erläutert Martin Pohlers. "Außerdem hat der BR ja mit Bayern plus noch einen eigenen Schlagersender." Die "Mitmischer" erkennen, dass man es als Radioredakteur einfach nicht allen Hörern Recht machen kann.

Zu Gast beim jungen Programm PULS - "Bitte noch mehr YouTube-Videos"

Auch PULS, das junge Programm des Bayerischen Rundfunks, hat im Rahmen der Publikumsaktion seine Türen für neugierige Hörer geöffnet. Am dritten Tag "Mitmischen" bekommt Barbara Bergler aus dem oberpfälzischen Georgenberg unter andem einen Einblick, wie das sogenannte "Community Management", also die Beanwortung der Kommentare auf der PULS-Facebook-Seite läuft. PULS-Redakteurin Miriam Harner erzählt, dass die Diskussionen auf der PULS-Seite erfreulicherweise kaum ausuferten und nur sehr selten Kommentare aufgrund von Verstößen gegen die Nettiquette "verborgen" werden müssten.

PULS-Redakteurin Linda Becker (links) und "Mitmischerin" Magdalena Schießl arbeiten am Podcast "Im Namen der Hose".

Währenddessen arbeitet "Mitmischerin" Magdalena Schießl zusammen mit PULS-Redakteurin Linda Becker an einer neuen Folge des Sex-Podcasts "Im Namen der Hose". Die 21-jährige Hörerin aus Altötting bekommt unter anderem den Auftrag, mögliche Themen für eine Podcast-Folge, die sich speziell an Teenager zwischen 12 und 18 Jahren richtet, zu recherchieren. Magdalena Schießl trägt eifrig unter anderem Informationen rund um das Thema "Intimpflege" zusammen.

Ein paar Zimmer weiter findet die nachmittägliche Themensitzung von PULS statt - heute mit den Gästen Daniel Windmüller aus Wolpertswende bei Ravensburg und Roman Eggerts aus Ingolstadt. PULS-Fan Roman nutzt die Gelegenheit ein Thema zu einer Frage vorzuschlagen, die er sich letztens auf YouTube gestellt hat. Wieso sind unter den meistgesehenen Videos auf YouTube so viele türkische Serien? Schon steht das Thema auf der Liste der PULS-Redaktion.

"Mitmischer" Roman Egger (3. von rechts) in der Themensitzung von PULS

Am Ende eines abwechslungsreichen Tages bei PULS interessiert die Redaktion, was die "Mitmischer" ihnen noch mitgeben wollen. Daniel Windlmüller, der wie viele aus dem jungen PULS-Publikum über den sehr erfolgreichen YouTube-Kanal der Redaktion auf PULS aufmerksam geworden ist, wünscht sich noch öfter neue Videos seines Lieblingsformats "Das schaffst du nie", weil er schon alle Folgen mehrmals gesehen hat. Roman Eggerts äußert als Feedback: "Die Inhalte von PULS sind für mich ein guter Grund, warum ich gerne den Rundfunkbeitrag zahle." Und auf die Frage, ob die "Mitmischer" das PULS-Programm, das seit 2018 nur im Digitalradio und online zu finden ist, im Fernsehen vermissen, sind sich die vier Besucher zwischen 18 und 25 Jahren einig: Sie nutzen PULS sowieso nur online. Wer hört schon Radio oder schaut fern? Das macht deutlich, wie anders das junge BR-Publikum Medien nutzt.


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