Bayern 2


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Minigolf-Weltmeisterschaft Hochleistungssport statt Freizeitvergnügen

Für viele ist Minigolf nur ein etwas spießiger Freizeitvertreib am Wochenende oder im Sommerurlaub mit der Familie. Michael Koziol sieht das ganz anders: Er trainiert die deutsche Minigolf-Elite. Gerade locht der Bundestrainer mit seinem Team bei der Weltmeisterschaft im chinesischen Zhouzhang ein.

Von: Kerstin Grundmann

Stand: 22.10.2019

Bayern 2-radioWelt: Minigolf wird ja oft als "Kindersport" abgetan und ein wenig belächelt, obwohl die Deutschen seit Jahren an der Weltspitze mitspielen – warum ist das so?

Bei der Weltmeisterschaft 2013 im niedersächsischen Bad Münder spielten rund 150 Spieler aus 27 Nationen um die Medaillen.

Michael Koziol: Die Bevölkerung nimmt nicht so wahr, wie wir das betreiben. Da ist ein Riesenunterschied zu dem Freizeitsportler, der einfach mal am Sonntagnachmittag spielt. Viele verbinden Sport mit körperlicher Leistungsfähigkeit. Bei uns spielt sich viel in der Koordination ab, viel in der Konzentration, darauf arbeiten wir hin. Präzision ist auch sehr wichtig.

"Da wir eine Randsportart sind, geht da für den Wettbewerb und die Vorbereitung schon mal der Jahresurlaub drauf."

Michael Koziol, Minigolf-Bundestrainer

Wie übt man das vor so einer Weltmeisterschaft?

Das ganze Jahr über bereiten sich die Sportler körperlich gut vor, hier in China ist die Anforderung durch die Zeitumstellung ja auch hoch. Wir mussten dann schnell in den Trainingsmodus kommen. Die Trainingseinheiten sind bei uns zehn Stunden am Tag – da möchte ich den einen oder anderen Hobbyspiele mal sehen, ob er das immer noch als „nicht-Sport“ abtut. Da muss man körperlich wirklich fit sein. Da wir eine Randsportart sind, geht da für den Wettbewerb und die Vorbereitung schon mal der Jahresurlaub drauf. Wir sind ja schon zwei Wochen vor der Weltmeisterschaft hier angereist.

Wie laufen die Wettkämpfe ab?

Deutsche Teilnehmer spielen am 21.08.2013 bei der Minigolf-Weltmeisterschaft in Bad Münder (Niedersachsen) auf ihren Bahnen.

Wir fangen um 7.30 Uhr an und enden um 17.30 Uhr. Da muss auch am Schluss jeder Schlag so sitzen wie am Anfang. Wir beginnen mit dem Mannschaftswettbewerb über zwei Tage verteilt, wobei die Runden für das Einzel mitzählen, da haben wir eine Damen- und eine Herrenmannschaft. Am dritten Tag geht es im Einzel um die Schlagzahlwertung, am nächsten Tag geht es um einen Mixed Wettbewerb. Am letzten Tag steht dann ein Matchplay-Wettbewerb an, bei dem es im K.O.-System pro gewonnene Bahn einen Punkt gibt. Es ist also eine Vielzahl von Wettbewerben. Vor zwei Jahren in Lahti haben wir sechs von sechs möglichen Goldmedaillen gewonnen. Heuer gibt es insgesamt sieben zu gewinnen. Wenn wir vier Goldmedaillen gewinnen würden, wäre ich schon sehr, sehr zufrieden.


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