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Prävention und Therapie Wie das Mikrobiom ins Gleichgewicht kommt

Ist das Mikrobiom im Darm etwa durch eine Antibiotika-Therapie durcheinandergeraten, dann baut es sich in der Regel von alleine wieder auf – allein durch eine gesunde Ernährung. Zusätzlich können aber sogenannte Probiotika sinnvoll sein. Das sind Kapseln mit Bakterien, die sich dann im Darm ansiedeln können.

Von: Moritz Pompl

Stand: 05.07.2019

Durch eine sogenannte Stuhltransplantation kann sich die Darmflora wieder erholen. Im Bild: endoskopischa Aufnahme eines Darms | Bild: picture-alliance/dpa

Die Kapseln sind widerstandsfähig gegen den Magensaft und lösen sich erst im Darm auf, wo ihnen die Säure nichts mehr anhaben kann. Fraglich hingegen sind etwa probiotische Joghurts. Die nämlich bieten den Bakterien, die darin schwimmen, keinen Schutz – und vermutlich werden die allermeisten von ihnen durch die Magensäure abgetötet, bevor sie überhaupt im Darm ankommen.

Im Zweifel eine "Stuhltransplantation"

Lässt sich eine pseudomembranöse Kolitis, also eine Durchfallerkrankung nach Antibiotika-Therapie, nicht in den Griff bekommen, dann kann im Zweifel eine sogenannte "Stuhltransplantation" helfen – oder, schöner ausgedrückt, eine "Mikrobiota-Transplantation". Sie hat zum Ziel, wieder eine normale Darmflora aufzubauen.

"Der Erfolg dieser Therapie liegt bei 95 Prozent, sie sollte allerdings nicht unkritisch und nur von Fachleuten durchgeführt werden. Es wurde kürzlich sogar in den USA von einem Todesfall durch eine Stuhltransplantation berichtet."

Prof. Dr. Dr. André Gessner

Dabei wird von einem Spender, der wie ein Blutspender auf verschiedene Erkrankungen hin untersucht wird, eine Kotprobe genommen und in eine Zentrifuge gesteckt. So werden die Bakterien von den restlichen Bestandteilen getrennt und dem Patienten anschließend in einer Kochsalzlösung über eine Nasensonde oder ein Darmrohr in den Darm „transplantiert“ werden. Was etwas eklig klingt, kann Leben retten – weil im Zweifel nur so wieder ein funktionstüchtiges Mikrobiom entstehen kann. Und das ist nun mal für jeden von uns von essentieller Bedeutung.

Die zukünftige Forschung verspricht übrigens spannend zu bleiben. Denn die allermeisten Zusammenhänge zwischen dem Mikrobiom und unserer Gesundheit sind noch völlig ungeklärt.

"Es ist wirklich ein explodierendes Forschungsfeld, das mittlerweile alle Bereiche der Medizin betrifft."

Prof. Dr. Dr. André Gessner


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