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Tabletten fürs Gehirn Medikamente bei Morbus Parkinson

Parkinsonpatienten leiden an Dopaminmangel, der sich entweder verhindern oder ausgleichen lässt. Deswegen gibt es verschiedene Medikamente.

Stand: 02.12.2018

Diverse Medikamente auf Glasplatte bereit | Bild: BR

Die meisten Parkinson-Medikamente sorgen prinzipiell für einen Ausgleich des reduzierten Dopaminspiegels im Gehirn, allerdings mit Hilfe verschiedener Wirkungsmechanismen.

Levodopa

Eine Vorstufe des körpereigenen Dopamins heißt Levodopa. Der Wirkstoff wird direkt vom Gehirn aufgenommen, dort zu Dopamin umgewandelt und bei Bedarf freigesetzt. Levodopa kann als Tablette eingenommen werden.

Dopamin-Agonisten

Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die ähnlich wie Dopamin wirken und vom Körper auch als solches erkannt werden.

"Wie ein Zweitschlüssel, der dasselbe Schloss aufsperrt, aktivieren diese Substanzen die gleichen Rezeptoren im Gehirn wie das Dopamin und wirken dadurch sehr ähnlich."

Neurologe Prof. Günter Höglinger

Dopaminabbau-Hemmer

Diese Gruppe von Medikamenten hält den Dopaminspiegel aufrecht, indem sie den Abbau von Dopamin im Körper hemmen. Oft kombiniert man diese Medikamente mit Levodopa.

Nebenwirkungen

Oft müssen Patienten eine Weile ausprobieren, welche Medikamente ihnen am besten helfen und was die wenigsten Nebenwirkungen hervorruft. Auftreten können:

  • Müdigkeit,
  • Übelkeit oder
  • Blutdrucksenkung.

Darreichungsformen

Medikamente bei Parkinson wirken sehr unterschiedlich.

Die meisten Wirkstoffe können als Tablette verabreicht werden. Manche wirken kurz und müssen mehrmals täglich genommen werden. Andere wirken länger und es reicht eine einzige Einnahme am Tag. Auch Pflaster gibt es, bei denen der Köper den Wirkstoff gleichmäßig durch die Haut aufnimmt. Und manche Parkinsonpatienten sprechen vor allem im fortgeschrittenen Stadium eher auf gleichmäßige Darreichung per Pumpe an.

Im Notfall

Für "Notfälle", z.B. Bewegungslosigkeit in der Fußgängerzone, benutzen manche Patienten eine kurzwirksame Spritze. Ob das für den jeweiligen Patient in Frage kommt, sollte er mit seinem Arzt besprechen.

Therapieverlauf

Vor allem in der Frühphase von Parkinson sind die Medikamente sehr effizient: In den ersten sieben bis zehn Jahren wirken sie in der Regel gut. Doch weil alle Medikamente nur die Symptome kurieren und nicht das Problem beseitigen, schreitet die Krankheit trotz allem fort.

"Dann kommt es dazu, dass die Medikamente nicht mehr im ganzen Tagesverlauf ausreichend gut wirken. Es treten Wirkungsschwankungen auf. Man spricht dann von 'On- und Off-Phasen' mit guter bzw. schlechter Beweglichkeit. Außerdem kommt es im weit fortgeschrittenen Krankheitsstadium oft auch zu nicht-motorischen Problemen, wie Tagesmüdigkeit, nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit, Depression oder Wahnvorstellungen."

Prof. Günter Höglinger, TUM & DZNE, München


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