Bayern 2


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Bayern 2 präsentiert "Ein Ding der Unmöglichkeit" von Matthias Egersdörfer

Matthias Egersdörfer fällt bisweilen durch cholerische Anfälle und brachiale Ausbrüche auf. Dabei hat der fränkische Kabarettist weit mehr zu bieten: als Erzähler absonderlicher Geschichten, als poetischer Essayist oder als tanzender Frontmann einer verwegenen Anti-Boygroup. Im Moment ist er mit seinem Programm "Ein Ding der Unmöglichkeit" unterwegs.

Stand: 26.09.2018

Pressefoto | Bild: Stephan Minx

23 Mai

Donnerstag, 23. Mai 2019

Veranstaltungsort:

Neunkirchen am Brand - Zehntspeicher

24 Mai

Freitag, 24. Mai 2019

Veranstaltungsort:

Nürnberg - Gutmann am Dutzendteich

20 Juni

Donnerstag, 20. Juni 2019

Veranstaltungsort:

München - Lach- und Schießgesellschaft

21 Juni

Freitag, 21. Juni 2019

Veranstaltungsort:

München - Lach- und Schießgesellschaft

22 Juni

Samstag, 22. Juni 2019

Veranstaltungsort:

München - Lach- und Schießgesellschaft

In cholerischen Anfällen über die Bühne

Im Jahre 1969 erblickt Matthias Egersdörfer in Lauf an der Pegnitz das Licht einer offensichtlich dunklen und schlechten Welt. Und so umweht diesen bärtigen Mann mit der hohen Stirn noch heute eine gewisse Düsterkeit. Ziemlich finster blickt Matthias Egersdörfer drein, wenn er schlecht gelaunt und schleppend von den Widrigkeiten seines Alltags erzählt. Aber gerade, wenn man beginnt, sich von der mürrischen Lethargie des Mittelfranken anstecken zu lassen, reißt er einen aus dem Sitz. Matthias Egersdörfer kann laut werden. Sehr laut. Dann tobt er in cholerischen Anfällen über die Bühne und schreit seinen Missmut in die Welt hinaus.

"Matthias Egersdörfer zeigt das hässliche Resultat unserer Verhältnisse, den typisch Deutschen. Grundpampig, selbstgerecht, latent aggressiv, rassistisch und unverdrossen misogyn. Also gar nicht mal unsympathisch, solange wir uns nicht selbst darin erkennen. Dass sich aber der Zuschauer weder lustvoll identifiziert noch beleidigt abwendet, ist ein Balanceakt, den Matthias Egersdörfer meisterhaft beherrscht. Eine große Kunst."

Lisa Politt

Wütender Misanthrop

Es ist eine sperrige, eine monströse Kunstfigur, die Egersdörfer vor mehr als  zehn Jahren auf die Bretter gewuchtet hat. Ein wütender Misanthrop, der nicht jedermanns Vorstellung von Unterhaltung befriedigt, der sich nicht anbiedert und nicht verbiegt. Seine Bühnenpräsenz ist beeindruckend, aber beileibe nicht Egersdörfers einzige Qualität. Wenn er lautstark über die Bühne wütet und seinen Vortrag in furiosen Crescendi in dramatische Höhen steigern, dann überhört mancher vielleicht die leisen Töne, die Musikalität seines Vortrags und die seltsam verschrobene, manchmal naiv und unbeholfen daherkommende Poesie seiner Geschichten.

Zwischen Grauen und Faszination

Matthias Egersdörfer ist kompromisslos und mutig, irritierend und verstörend, experimentierfreudig und vielseitig – sei es als Solokabarettist, in seinem bitterbösen Volkstheater "Carmen oder die Würde des Menschen ist ein Scheißdreck!", als Sänger und Eintänzer der Anti-Boyroup "Fast zu Fürth", als Essayist, Darsteller des Wagnerschen "Tannhäuser" oder Duopartner von Martin Puntigam. Mit ihm zusammen erhielt er 2015 auch den Österreichischen Kabarettpreis.

"Ein Ding der Unmöglichkeit"

Die Gratwanderung zwischen Grauen und Faszination findet auch in seinem neuesten Programm ihre Fortsetzung mit dem bezeichnenden Titel „Ein Ding der Unmöglichkeit“.

"Vor einiger Zeit dachte ich mir: Du müsstest mal wieder ein neues Programm auf die Bühne bringen. Kaum hatte ich zu Ende gedacht, erhob ich im Zimmer die Arme zum Himmel, schaute leicht konsterniert und rief laut: 'Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.' Meine Frau, die auf dem Sofa saß und gerade in den Fernseher schaute, in dem ein älterer Mann den Wert einer Kaffeekanne feststellen wollte, drehte sie sich zu mir um und sagte: ‚Genau diese Worte denke ich mir, wenn ich dich gelegentlich ansehe.'"

Matthias Egersdörfer


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