Bayern 2


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"M – Eine Stadt sucht einen Mörder" Fritz Langs Klassiker als einzigartiges Hörspiel-Projekt

"Das Virus ist unter uns" lautet die zentrale Erkenntnis unseres Alltags. Musiker, Theater- und Hörspielmacher Schorsch Kamerun (Die goldenen Zitronen) wagt eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Ängsten und Sorgen unserer Gegenwart - im Spiegel der Vergangenheit.

Von: Bayern 2 - Hörspiel und Medienkunst

Stand: 30.04.2020

M (aka M LE MAUDIT), Peter Lorre on French poster art, 1931. | Bild: picture alliance/Everett Collection

Publikumsbefragung - Machen Sie mit!

Im Rahmen des Seminars «Das Residenztheater – Ein Theater und sein Publikum» unter der Leitung von Dr. Stefan Frey beschäftigen sich derzeit Studierende der Theaterwissenschaften (LMU) mit verschiedenen Inszenierungen und digitalen Projekten des Residenztheaters. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit dem Hörspiel "M(1) - Eine Stadt sucht einen Mörder (Wer hat Angst vor was eigentlich?)" des Bayerischen Rundfunks, das in Koproduktion mit dem Residenztheater, in Zusammenarbeit mit der Münchener Biennale entstanden ist. Wenn Sie das Hörspiel gehört haben und die Studierenden unterstützen möchten, machen Sie hier bei der circa zehnminütigen Befragung mit.

Strikte Maßnahmen gegen die Verbreitung der Pandemie verändern die Gesellschaft, den Stadtraum, die Kunst. Wo eine physische Bühnenaufführung im Münchner Marstall und in seiner Umgebung stattfinden sollte, herrschen Kontaktverbote wie allerorts. So wird das Radio der Ort für eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Schrecken und Chancen der Gegenwart mit ihren realen und empfundenen Ängsten, ihren Einschränkungs- und Solidaritätsreflexen. Sowie ein Ort für die Herausstellung von Zukunft für menschenverzaubernde Transformationen.

„M (1) - Eine Stadt sucht einen Mörder (Wer hat Angst vor was eigentlich?)“ wird als erster Teil einer nunmehr dreischichtigen Premiere im Hörspielprogramm auf Bayern 2, auf der BR KulturBühne und auf den Websites von Residenztheater und Münchener Biennale im Netz stattfinden.

Möglich ist das durch die schnelle und unbürokratische Zusammenarbeit zwischen dem Bayerischen Rundfunk und dem Residenztheater als Koproduzenten in Zusammenarbeit mit der Münchener Biennale. Und durch die gemeinsam alle Hürden einer teilweise virtuellen Produktion nehmenden Schauspieler*innen des Residenztheater-Ensembles und Musiker*innen. Gemeinsam mit Schorsch Kamerun loten sie Radio und Internet zu Orten der Öffentlichkeit aus, zu Räumen für eine Überprüfung der epischen Furchtszenarien von heute. Für Soundscapes zeichnet die Komponistin Cathy van Eck verantwortlich.

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Hier gehts zum Hörspiel Pool ►

„M (1) - Eine Stadt sucht einen Mörder (Wer hat Angst vor was eigentlich?)“

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„Die Mörder sind unter uns“ lautete der Arbeitstitel von Fritz Langs berühmtem Film „M“ von 1931. Angeblich von den Nationalsozialisten zensiert, spiegelt er die Ambivalenz, mit der Fritz Lang und Thea von Harbou die Jagd auf den Serienmörder Hans Beckert schildern.  

Die eigentliche Hauptrolle spielt die zutiefst verunsicherte Metropole, die Bevölkerung ist von den Kriegserlebnissen und der Weltwirtschaftskrise gezeichnet. Der gesuchte Mörder durchschreitet das gesellschaftliche Panorama vom Straßenalltag bis zur Unterwelt und gibt dem alles beherrschenden Kampf ums Überleben einen Fokus, den Ängsten ein Gesicht. 

"Ist M (München) noch die Solidargemeinschaft Stadt, oder, wie mancherorts behauptet wird, auf dem besten Weg, zu M (Mörder) zu werden, also einer hoch gefährdeten, gespaltenen Bedrohungslage, die von Rettern mit starken Armen in Sicherheit gebracht werden muss?"

  - Schorsch Kamerun

In der Adaption durch den Musiker, Theater-, und Hörspielmacher Schorsch Kamerun und die Komponistin Cathy van Eck wird dieses Verhältnis umgedreht und der Stoff zur Folie der sich als zunehmend gefährdet empfindenden Gegenwart. Wer gehört hier und heute geschützt, von wem kontrolliert und wodurch identifiziert? Gibt es überhaupt die eine Schuld, „den Schrecken“, der dingfest zu machen ist?

Mit: Valentino Dalle Mura, Massiamy Diaby, Evelyne Gugolz, Schorsch Kamerun, Sophie von Kessel, Delschad Numan Khorschid, Max Rothbart, Lisa Stiegler, Oliver Stokowski, Yodit Tarikwa, Cathy van Eck, Stephanie Müller, Johannes Öllinger, Hannah Weiss | Regie, Texte, Produktion und Musik: Schorsch Kamerun | Sound-scapes: Cathy van Eck

Eine Koproduktion von Bayerischem Rundfunk und Residenztheater.

In Zusammenarbeit mit der Münchener Biennale – Festival für neues Musiktheater.

Verlagsrechte: Sessler Verlag Wien


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