Bayern 2


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Krebs im Blut - Leukämie

Von: Klaus Schneider

Stand: 05.02.2018

Im Hochleistungs-Sterillabor der Abteilung Hämatologie und Onkologie im José-Carreras-Haus der Universität Leipzig kontrolliert eine Medizinisch Technische Assistentin Stammzellen, die für eine Behandlung der Leukämiepatienten kultiviert werden. | Bild: picture-alliance/dpa

Der Begriff 'Leukämie' stammt aus dem Griechischen und bedeutet 'weißes Blut'. Denn beim Blutkrebs beginnen verschiedene Zellen des Knochenmarks, die normalerweise für die Blutbildung zuständig sind, unkontrolliert zu wachsen.

Experte:

Prof. Dr. Karsten Spiekermann, Oberarzt in der Medizinischen Klinik III am Klinikum der Universität München

Im Wesentlichen sind das die weißen Blutkörperchen, die das Abwehrsystem des Menschen darstellen und ihn vor Infekten schützen, denen er zwangsläufig kontinuierlich ausgesetzt ist.

"Diese weißen Blutzellen brauchen dafür bestimmte Funktionen, die sie während eines Prozesses von ganz unreifen Stammzellen im Knochenmark bis zur Ausreifung zu einer reifen Zelle erwerben."

Prof. Dr. Karsten Spiekermann

Bei Leukämien funktioniert zum Teil die Ausreifung nicht mehr, das heißt, die Zellen bleiben in einem Entwicklungsstadium zwischen Stammzelle und reifer Zelle hängen (akute Leukämien), oder es werden zu viele reife Blutzellen produziert (chronische Leukämien).

In Deutschland erkranken laut Deutscher Krebsgesellschaft jährlich etwa 13.700 Menschen an einer Leukämie - etwa die Hälfte davon an einer chronisch lymphatischen Leukämie, rund zehn Prozent an einer chronisch myeloischen Leukämie und ungefähr 40 Prozent an einer akuten lymphatischen oder an einer akuten myeloischen Leukämie.

Dem Text liegt ein Interview mit Prof. Dr. Karsten Spiekermann, Oberarzt in der Medizinischen Klinik III am Klinikum der Universität München, zugrunde.

Akute myeloische Leukämie: Mikroaufnahme des Bluts, Vergrößerung 120:1. | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Blutkrebs je nach Zellart Myeloische und lymphatische Leukämien

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