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Hintergrund Die Leber

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Hepatitis A bis E Prävention eines Schadens

Die häufigsten Viren, die eine Hepatitis hervorrufen werden in die Erreger A bis E einteilt. Hepatitis ist eine der verbreitetsten Infektions-Krankheiten der Welt.

Stand: 10.03.2020

Urin mit Hepatitis-A-Zellen in einer Petrischale | Bild: picture-alliance/dpa

Einige Formen heilen spontan vollkommen aus (A und E), andere (B, C und D) können in einen chronischen Verlauf mit Entwicklung einer Zirrhose übergehen und fordern jährlich weltweit Millionen von Opfern.

A und E - typische Reisemitbringsel

Die eher harmlosen Formen der Leberentzündung - die Erreger A und E - werden meist aus Ländern mitgebracht, in denen die hygienischen Standards schlecht sind. Die Übertragung erfolgt durch verunreinigte Nahrungsmittel und verunreinigtes Wasser (auch Eiswürfel) und Salate. Als Faustregel gilt: "Cook it, peel it or forget it." Das heißt: Ungekochte Nahrungsmittel und ungeschältes Obst sollten vermieden werden. Bei der Hepatitis E – einer Hepatitisform, die an Häufigkeit und Bedeutung wohl zunimmt - gibt es neue Erkenntnisse der letzten Jahre: Eine Variante des Virus (Typ 3) wird durch Tiere (Schweine, Rotwild) übertragen, Menschen können sich bei Genuss von nicht ausreichend gegartem Fleisch dieser Tiere auch hier in Deutschland infizieren. Obwohl Hepatitis der Formen A und E selten auch einen schweren ("fulminanten") Verlauf nehmen können, heilen sie in der Regel folgenlos aus. Gegen Hepatitis A kann man sich durch eine entsprechende Impfung schützen.

B, C und D - die großen Killer 

Hepatitis der Formen B, C und D unterscheiden sich in ihrem Übertragungsweg von den harmloseren Hepatitisformen A und E. Die Übertragung der Krankheit geschieht durch Körpersäfte, also durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und Kontakt mit infiziertem Blut. Der Übertragungsweg ähnelt dem von AIDS und ist somit kalkulier- und in vielen Fällen auch vermeidbar.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine auch in Deutschland weit verbreitete Infektionskrankheit, die gerade bei Kindern häufig in eine chronische Form übergeht. Eine komplette Elimination des Hepatitis-B Virus ist im chronischen Stadium nicht möglich, man kann aber die Vermehrung des Virus bei bestehender Leberentzündung (erhöhte Serumleberwerte) medikamentös hemmen und so einer Narbenbildung der Leber vorbeugen. Eine gut verträgliche und wirksame Schutzimpfung ist verfügbar und wird jedem Neugeborenen und Jugendlichen in Deutschland angeboten. Der Impfschutz hält zehn Jahre, dann empfiehlt Prof. Zachoval eine Auffrischimpfung.

Hepatitis C

Viele Hepatitis-C-Patienten sind oder waren Drogen-Konsumenten. Andere haben sich in der Vergangenheit (vor 1992) mit Blutkonserven infiziert, denn erst seit Anfang der Neunziger Jahre gibt es ausreichend empfindliche Tests, um den Hepatitis-C-Erreger nachzuweisen. In Deutschland leben mehrere 100.000 Virusträger, viele ahnen von ihrer Hepatitis-C Infektion nichts. Das Virus ist extrem wandelbar und deshalb eine große Herausforderung für das Immunsystem.

Eine chronische Hepatitis C ist mit einem nicht unbeträchtlichen Zirrhose-Risiko belastet. Eine Impfung existiert nicht. Seit 2014 wurden neue orale Medikamente (d.h. in Form von Tabletten) zugelassen, die die früher verwendete Interferon-Spritzenbehandlung ersetzen, exzellent verträglich und hochwirksam gegen alle Hepatitis-C-Virusvarianten sind (Heilungsquote 95 Prozent!). Die Behandlungsdauer ist mit acht bis zehn Wochen im Gegensatz zur früheren Interferonbehandlung sehr kurz. 

Hepatitis D

Hepatitis D ist eine seltene Form der Leberentzündung, die nur in Zusammenhang mit Hepatitis B - gehäuft in Süd- und Osteuropa - auftritt. Mit der entsprechenden Impfung gegen Hepatitis B kann man sich auch vor dieser Form schützen. Die Behandlungsmöglichkeiten der chronischen Hepatitis D sind bis heute sehr unbefriedigend, jedoch sind Fortschritte in naher Zukunft auch hier zu erwarten.

Wie bemerke ich einen Leberschaden?

Symptome, die auf einen Leberschaden hinweisen - von der harmlosen Verfettung bis zur beginnenden Zirrhose - sind meist sehr unspezifisch: Müdigkeit, Blähungen und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch sind Symptome, die viele Menschen haben, auch ohne leberkrank zu sein. Erst wenn es zu Juckreiz, Appetitverlust, Gewichtsveränderungen oder einer Gelbfärbung der Augen kommt, sich der Urin dunkel färbt und der Stuhl hell - dann werden Patienten aufmerksam. Doch häufig ist dann schon viel Zeit vergangen und die Krankheit hat ein fortgeschrittenes Stadium erreicht.

Tipps von Prof. Zachoval:

"Zur Vorbeugung empfiehlt es sich deshalb unbedingt, alle zwei Jahre einen Gesundheits-Check zu absolvieren, bei dem die Leberwerte im Blut kontrolliert werden und der Oberbauch mit Ultraschall untersucht wird. Eine ausgewogene Ernährung, Vermeidung von Übergewicht, ausreichende körperliche Bewegung, Vermeidung schädlicher Substanzen, unnötiger Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel hilft, 'ebergesund'zu bleiben oder zu werden!"

Prof. Zachoval


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