Bayern 2


7

Was ist gefährlich? Gefahren und Schutz für die Leber

Wie viel darf ich eigentlich trinken, ohne meine Leber zu schädigen? Das fragen sich viele Menschen gerade dann, wenn sie mal wieder einen über den Durst getrunken haben.

Stand: 10.12.2015

Pärchen prostet sich mit gefüllten Rotweingläsern zu  | Bild: Image Source

Ein gelegentliches Glas Wein oder ein Bier ist für die Gesundheit der Leber unbedenklich. Prof. Zachoval verallgemeinert: Männer mit gesunder Leber vertragen 40 bis 60 Gramm reinen Alkohol am Tag - das entspricht einem halben Liter Wein oder einem Liter Bier. Frauen vertragen nur die Hälfte, also einen viertel Liter Wein oder einen halben Liter Bier am Tag.

Welcher "Trinker" lebt gesünder?

"Es mag überraschend klingen, aber Quartalstrinker leben weniger gefährlich als Gewohnheitstrinker. Wer regelmäßig Alkohol zu sich nimmt, riskiert, eher einen Leberschaden zu bekommen als derjenige, der sich einmal kräftig betrinkt und dann für Wochen keinen Alkohol mehr anrührt. Es ist wichtig, der Leber ausgedehnte Ruhepausen zu gönnen!"

Prof. Zachoval, Oberarzt der Leberambulanz am Klinikum München-Großhadern

Der Leber etwas Gutes tun

Neben dem Verzicht auf Alkohol hat man früher spezielle Diäten für Leberkranke verordnet. Das geschieht heute nur noch in besonders schweren Fällen Viele Diätempfehlungen sind nicht durch Studien abgesichert Eine ausgewogene Ernährung und vor allem das Vermeiden von Übergewichtigkeit (und damit der Fettleber) ist wichtiger, als eine spezielle Diät.

Leberschutz aus der Apotheke

Unvernünftig essen und viel zu viel trinken, um anschließend mit einer Tablette oder ein paar Tropfen "wieder alles gut zu machen" - in Leberschutzpräparaten liegt ein gewisses Verführungspotential. Ob sie die Leberfunktion aber tatsächlich auch unterstützen, ist mehr als fraglich.

"Von den Krankenkassen werden Leberschutzpräparate aus diesem Grund mit Recht nicht bezahlt. Denn: Zu vielen der oft nicht billigen Mittel fehlen wissenschaftliche Studien. Die Wirksamkeit ist nicht ausreichend belegt, der Nutzen ist fraglich."

Leberspezialist Prof. Zachoval


7