Bayern 2


1

Erste Hilfe für jedermann Leben retten mit der Trauma-Box

Weltweit sterben statistisch gesehen mehr Menschen durch Unfälle als aufgrund von Krankheiten. Diese Angaben stammen von der Deutschen Traumastiftung, ein Verein in Ulm, angegliedert an die dortige Hochschule. Zwei von drei Menschen könnten nach Unfällen gerettet werden, aber sie verbluten in aller Regel. Gegen diese häufigste Todesursache bei Verletzungen soll jetzt eine sogenannte Trauma-Box helfen.

Stand: 11.07.2019

Bandage | Bild: Deutsche Traumastiftung

Florian Gebhardt von der Deutschen Traumastiftung erläutert, was in der Trauma-Box drin ist und wie sie funktioniert:

Blutung stoppen!

Wenn bei einem akuten schweren Unfall, Extremitäten verletzt und Venen oder Arterien getrennt sind, ist das Wichtigste, die Blutung so schnell wie möglich vor Ort zu stoppen. Und genau hier setzt laut Gebhard die Trauma-Box an: Sie bietet jedem, der sie benutzt, nicht nur die Möglichkeit, einen Druckverband anzulegen, sondern überdies noch eine zweite Technik: das Abbinden. Hierfür befindet sich in der Trauma-Box eine elastische Bandage mit einem keimfreien Wundbedeckungsmaterial. Dieses wird auf die Wunde aufgebracht, dann kräftig gewickelt und festgezogen.

Der zweite Bestandteil der Box ist das Abbinde-System: ein Schlauch, der körpernah von der Wunde angebracht und stark zugezogen werden kann, so dass die versorgenden Blutgefäße abgedrückt werden. Auf diese Weise können Blutungen bis hin zur Leiste oder bis zur Schulter gestoppt werden.

Von jedem bedienbar

Im Erste-Hilfe-Kurs habe jeder gelernt, einen Druckverband anzulegen – weitere Vorkenntnisse sind laut Gebhard bei der Benutzung der Trauma-Box nicht notwendig: In dem Moment, in dem die Verpackung geöffnet werde, falle einem schon die Anleitung vor die Füße, die mit Piktogrammen in fünf Schritten zeigt, was zu tun ist.

Überall öffentlich zugänglich

Die Boxen sollen als Grundausstattung in Einsatzfahrzeuge, in große Hallen, aber auch, ähnlich wie Defibrillatoren, deutschlandweit in öffentlichen Bereichen, zum Beispiel in U-Bahn-Stationen und an Bushaltestellen angebracht werden und können aufgrund ihrer langen Haltbarkeit laut Gebhard über viele Jahre benutzt werden. Die Kosten für die Boxen sollen nach Vorstellung der Traumastiftung Kommunen und Betriebe übernehmen.


1