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Die Kultur-Umverteilungsmaschine Welche Kunst ist der staatlichen Förderung wert?

Opernkarten würden häufig das Doppelte kosten, wenn der Staat nicht Millionen zuschießen würde. Die Populärkultur muss hingegen ohne große Zuwendungen auskommen. Zahlt die gesamte Gesellschaft für die Hobbys von Bessergestellten? Die Mechanismen hinter der deutschen Kulturförderung sind kompliziert.

Stand: 08.02.2019

Comic, Pop, Oper – die Trennung von U und E ist angeblich aufgehoben; nicht jedoch in der Förderpolitik. Die klassischen Gewerke stecken nach wie vor den Löwenanteil ein. In Köln zum Beispiel ist jedes Ticket in Schauspiel und Oper mit 165 Euro bezuschusst. Wer profitiert? Und was davon kommt bei den Autoren und Schauspielern an?

Wer hat, dem wird gegeben – ein ähnliches Bild bei den Verwertungsgesellschaften. Woher stammt das Geld, das VG Wort und GEMA verteilen und wie gerecht ist diese Verteilung eigentlich? Erwachsen ist die Idee des Urheberrechts und der nationalen Kultur mit dem Entstehen des Bildungsbürgertums Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Oper - alle zahlen, wenige gehen hin

Ina Plodroch hat recherchiert, wie sehr die Interessen der Ärztesöhne und Fabrikantentöchter noch heute in der historisch gewachsenen Kulturförderung stecken, und in welchem Ausmaß die gesamte Gesellschaft für die Hobbies der Bessergestellten zahlt.

Unter anderen kommen folgende Personen zu Wort:
Susanne Laugwitz-Aulbach, Kulturdezernentin der Stadt Köln
Berthold Seliger, Konzertveranstalter und Autor von „Klassikkampf“
Albrecht Schrader, Musiker und Bandleader beim Rundfunktanzorchester, Neo Magazin
Maurice Summen, Musiker, Die Türen, und Staatsakt-Labelchef
Stephan Opitz, Professor für Kulturmanagement an der Universität in Kiel und einer der Autoren von „Der Kulturinfarkt. Von Allem zu viel und überall das Gleiche"
Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles
Florian Kessler, Lektor, Hanser Verlag
Niklas Potrafke, Wirtschaftswissenschaftler am Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung München
Thomas Renz, Kulturwissenschaftler und Leiter des Stadttheaters Peine
Valerie Moser, Soziologin und Autorin von „Bildende Kunst als soziales Feld“
Oliver Kluck, Schriftsteller und Dramatiker

"Die Kultur-Umverteilungsmaschine - Wer hat, dem wird gegeben" Von Ina Plodroch

Regie: Helga Mathea
Redaktion: Tina Klopp
Produktion: DLF 2018

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