Bayern 2


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Arten von Kreuzreaktion Soja, Obst & Co.

Viele Pollenallergiker reagieren vor allem auf Kern- und Steinobst, wie z.B. Äpfel, Pfirsiche und Aprikosen, auf Sellerie und Möhren - jedoch immer nur im Rohzustand. Wird aus Obst Kompott gemacht, oder sind Sellerie und Karotten z.B. zur Suppe verarbeitet, dann besteht keine Gefahr, denn das Allergen geht durch Erhitzen kaputt.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 22.09.2018

Sojabohnen | Bild: imago / Science Photo Library

Pollenallergiker empfinden das in der Regel als deutlichen Vorteil, denn sie müssen zwar die Möhrenstückchen aus dem Salat picken, brauchen aber nicht ständig zu fragen, ob eine Suppe vielleicht Sellerie oder Mohrrüben enthält. Und Apfelkuchen können sie ohne Bedenken genießen.

Mögliche Kreuzreaktionen
AllergieKreuzreaktionen
Baumpollen (Birke, Erle, Hasel)Apfel, Pfirsich, Aprikose, Birne, Kirsche, Pflaume, Soja, Kiwi, Feige, Karotte, Sellerie, Kartoffel, Haselnuss, Erdnuss, Walnuss, Paranuss, Mandel, Petersilie, Kümmel, Fenchel, Koriander, Anis.
Gräser, GetreideTomate, Kartoffel, Sellerie, Soja, Erbse, Erdnuss, Sonnenblumenkerne, rohes Getreide.

Quelle: Valetta/Schönberger: "Das Anti-Allergie-Buch“. Piper Verlag 2016.

Auch Soja kann allergen sein

Auf keinen Fall unterschätzen sollten Pollenallergiker Sojaprodukte, denn die enthalten viel Eiweiß, und genau darauf reagiert der Körper bei einer Pollenallergie. Das Allergen des Soja ist viel ausgeprägter als das eiweißarmer Nahrungsmitteln wie z.B. bei Äpfeln. Wer allerdings Sojawürstchen oder -burger lange in der Pfanne brät, verträgt sie tendenziell besser. Auch Sojasoße ist eher unbedenklich.

Vorsicht bei Soja-Produkten

Wer meint, Soja-Drinks, Soja-Joghurt und sogar Abnehmpulver auf Soja-Basis seien durch Erhitzen unbedenklich geworden, weil damit das Allergen abgetötet wurde, irrt.

"Diese Produkte werden so schonend hergestellt, dass das Allergen noch in sehr hohem Maße vorhanden ist. Bei Soja muss man also schon ein bisschen Wissen darüber haben, wie die Produkte hergestellt wurden."

Dr. Imke Reese, Ernährungswissenschaftlerin und -therapeutin, beim Deutschen Allergie- und Asthmabund, München

Homologie: Wenn immer mehr Lebensmittel Probleme bereiten

Im Laufe der Zeit können sich solche Kreuzreaktionen auf immer mehr Nahrungsmittel ausweiten, abhängig davon, wie ähnlich sich die Allergene sehen. Je größer die Ähnlichkeit (Homologie) der Allergene, desto eher wird ein Patient auch auf das nächste Nahrungsmittel reagieren.

Tipp: Bewusst essen

Wer langsam und konzentriert kaut und mit Genuss isst, merkt sofort, wenn der Körper z.B. auf einen Apfel oder eine Kiwi reagiert. Wer dagegen gedankenverloren in den Apfel beißt, merkt womöglich erst, nachdem er fertig ist, dass die Zunge dick ist. Deswegen sollten vor allem Allergiker nicht nebenbei essen, sondern bewusst.


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