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Definition Was ist eine Kreuzreaktion?

Etwa ein Drittel aller Birkenpollenpatienten reagiert allergisch auf Nahrungsmittel, manche allerdings nur in der Pollensaison, andere das ganze Jahr über. Warum das so ist, weiß man noch nicht genau. Klar aber ist: Das Immunsystem des Pollenallergikers, das an sich harmlose Birkenpollen als gefährlich eingestuft hat, tut das auch bei bestimmten Nahrungsmitteln wie zum Beispiel bei Äpfeln.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 22.09.2018

Verführerisch, aber für manche Allergiker tabu: Obstdessert mit Getreide | Bild: imago / Westend61

Dabei reagiert das Immunsystem eines Birkenpollenallergikers nicht auf den ganzen Apfel, sondern nur auf eine bestimmte Struktur aus Eiweißen im Obst, die denen im Birkenpollen ähneln. Solche Eiweiße können zum Beispiel auch in der Haselnuss, in Möhren und vielen anderen Nahrungsmitteln vorkommen.  

Das Allergen Bet v 1

Reagieren Birkenpollenallergiker auch auf Äpfel, dann ist der Auslöser in der Birkenpolle das Allergen mit der Bezeichnung Bet v 1. Das entsprechende Allergen aus dem Apfel (Mal d 1) unterscheidet sich fast gar nicht von Bet v 1. Das Immunsystem eines Birkenpollenallergikers kann sie jedenfalls nicht auseinanderhalten und löst eine allergische Reaktion aus.

Gräser und Getreide

Wissenschaftler haben heute eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie Allergene aussehen, und bekannt ist auch, dass die Allergene im Birkenpollen denen im Apfel gleichen. Bei Gräsern und Getreide allerdings ist man noch nicht so weit.

"Bei Gräsern und Getreide haben wir kein Allergen, das wir als Brückenglied dingfest machen können und das die Erklärung für eine Kreuzreaktion liefert. So genau wissen wir das nur bei Birkenpollen."

Dr. Imke Reese, Ernährungswissenschaftlerin und -therapeutin, beim Deutschen Allergie- und Asthmabund, München

Gräser und Tomate

Manche Gräserpollenallergiker reagieren z.B. auf Tomaten, eine sogenannte Parallel-Sensibilisierung. Unklar ist allerdings, warum sie reagieren. So lange das auslösende Allergen nicht gefunden ist, besteht immer auch die Möglichkeit, dass ein Patient gleichzeitig auf verschiedene Dinge reagiert, und dass es gar keinen Zusammenhang zur Gräserpollenallergie gibt.

Zeitfaktor

Birkenpollenallergie ist eine inhalative Allergie: Patienten sensibilisieren sich über die Atemwege, denn dort sitzen die Zellen, die die Allergene im Birkenpollen erkennen und abwehren wollen. Bei vielen Patienten breitet sich die Allergie langsam im Körper aus. Nach und nach erkennen immer mehr Zellen das Allergen, angefangen von der Nase, über Augen und Ohren bis in den Mund.


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