Bayern 2


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Komplementärmedizin bei Krebs

Von: Kathrin Hasselbeck

Stand: 31.05.2019

Krebspatientin im Gespräch mit ihrer Ärztin | Bild: picture-alliance/dpa

Eine Krebserkrankung äußert sich nicht nur mit körperlichen Beschwerden sondern führt im Verlauf nicht selten auch zu psychischen und sozialen Problemen. Eine gute onkologische Behandlung hat deshalb nicht nur Krebsknoten im Blick. Sie zielt mit einer gleichzeitigen supportiven (unterstützenden) Therapie darauf ab, sowohl die direkten Tumorbeschwerden als auch Therapienebenwirkungen möglichst gut zu kontrollieren und den Betroffenen Hilfe in der psychischen Krankheitsbewältigung zu geben.

Experte:

Dr. Herbert W. Kappauf, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und internistische Onkologie, Palliativmedizin und Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Gleichzeitig gibt es Ansätze einer "Komplementärmedizin", die diese Supportivtherapie in ihrer Wirksamkeit noch ergänzen. Die Komplementärmedizin umfasst ein weites Spektrum sehr unterschiedlicher Methoden. Viele Ansätze kommen aus der klassischen Naturheilkunde, die die körpereigenen Selbstheilungskräfte aktivieren möchte: mit Entschlackungs- und Ernährungsempfehlungen, bewegungstherapeutische Methoden einschließlich Massagen, Nordic Walking, Tanzen und Yoga, Heilpflanzen, Wasser- und Lichtanwendungen, psychischen und spirituellen Übungen und einiger psychotherapeutischer Methoden. Zur Naturheilkunde im erweiterten Sinn zählen auch die traditionelle chinesische Medizin (TCM), Ayurveda und die anthroposophische Medizin.
Wichtig ist: Als Komplementärmedizin ergänzen diese Behandlungsansätze die konventionelle onkologische Behandlung. Sie ersetzen sie nicht. Es handelt sich also nicht um Alternativmedizin. Diese begriffliche Unterscheidung erfolgt aber keineswegs einheitlich, so dass manche Methoden der Komplementärmedizin mit anderem Anspruch auch in der Alternativmedizin verwendet werden.

Dem Text liegt ein Interview mit Dr. Herbert W. Kappauf, Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Internistische Onkologie, Palliativmedizin und Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, zugrunde.

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