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Knieverletzungen Bänderriss und Bänderzerrung

Fehlbelastungen, Überlastungen, Verrenkungen, Bänderrisse – das sind die Verletzungs-Risiken fürs Knie. Bei vielen Verletzungen ist als konservative Therapie angesagt: Schonen und gezieltes Training.

Stand: 27.05.2018

Fußballtorwart hält sich das Knie nach einer Kreuzbandverletzung | Bild: picture-alliance/dpa

"Grundsätzlich behandelt man konservativ. Die Operation gilt nur als Ausweg, wenn es konservativ keine Behandlungsansätze gibt oder wenn alle konservativen Maßnahmen ausgereizt sind."

Prof. Joachim Grifka

Kreuzbandriss

Eine der häufigsten Knieverletzungen ist der Kreuzbandriss, auch Kreuzbandruptur genannt. Es handelt sich dabei um einen teilweisen oder kompletten Riss des vorderen und/oder hinteren Kreuzbandes im Kniegelenk, der sowohl isoliert als auch im Rahmen einer umfassenden Knieverletzung auftreten kann. Man spricht von einem vorderen Kreuzbandriss oder von einem hinteren Kreuzbandriss, je nachdem, welches Kreuzband betroffen ist. Ein vorderer Kreuzbandriss kommt dabei wesentlich häufiger vor als ein hinterer Kreuzbandriss.

"Bleibt ein Kreuzbandriss unbehandelt, kann langfristig ein Knorpelverschleiß, also Arthrose, im Knie entstehen, die früher oder später die Implantation einer Knieprothese notwendig machen können." Prof. Joachim Grifka

Meniskusriss

Bei einem Meniskusriss handelt es sich um eine verschleiß- oder unfallbedingte Schädigung oder Verletzung des Außen- und/oder Innenmeniskus im Kniegelenk. Die aus Bindegewebe und elastischem Knorpel bestehenden halbmondförmigen Menisken befinden sich als Zwischengelenksscheiben zwischen dem Kopf des Schienbeins und dem Ende des Oberschenkelknochens.

"Meniskusrisse werden im Allgemeinen nach ihrer Lokalisation und Rissform unterteilt. So kann je nach Lokalisation der Meniskusschädigung zwischen einem Meniskusriss im vorderen, mittleren oder hinteren Meniskusdrittel und je nach Rissform unterschieden werden. Der am Innenband und der Gelenkkapsel angeheftete und daher unbeweglichere Innenmeniskus ist wesentlich häufiger von einem Meniskusriss betroffen als der Außenmeniskus."

Prof. Joachim Grifka

Knorpelprobleme an der Kniescheibe

Im Bild: Ärzte-Team bei einer Knorpelbehandlungam Knie mittels Spritzen eines körpereigenen Serums.

Durch Fehlbelastungen, Überlastungen, Verrenkungen der Kniescheibe treten dort oft schon bei jüngeren Menschen Knorpelprobleme auf. Die Ursache kann auch eine Verletzung durch mechanische Gewalteinwirkung sein, wie sie beispielsweise in Mannschaftssportarten vorkommt. Auch altersabhängige Veränderungen der Knorpelstruktur gelten als Auslöser für eine Knorpelschädigung der Kniescheibe. Schmerzhafte Schwellungen sind eine häufige Begleiterscheinung.

Bandzerrungen im Bereich der Seitenbänder

Bandzerrungen im Knie gehören zu den typischen Verletzungen im Sportbereich. Ursache für diese Zerrungen ist häufig das plötzliche Verdrehen des Knies.

Wichtig:

Da eine Bänderzerrung am Knie für Laien schwer von einer Verstauchung oder einem Bänderriss zu unterscheiden ist, sollte so schnell wie möglich ein Facharzt aufgesucht werden. Wenn das Band nur überdehnt ist, bilden sich nur leichte Schwellungen im Kniegelenk, die meist nur von leichten Schmerzen während der Bewegung begleitet werden.

Störung des Fettkörpers im Kniegelenk

Nach einer Verletzung oder deren operativer Behandlung, durch Verschleiß, chronische Entzündungen im Knie oder bei einem Bluterknie kann der Fettgewebskörper hart werden, verdicken oder verkalken und Schmerzen verursachen, besonders beim Beugen des Knies. Je nach Ausprägung der Veränderungen kann seine Beweglichkeit eingeschränkt sein.

Probleme mit den Falten der Gelenkinnenhaut.

Es gibt mehrere Stellen im Knie, an denen die Gelenkinnenhaut Falten bildet, z.B. zur Innenseite der Kniescheibe. Eine solche Schleimhautfalte kann im Zuge einer Reizung anschwellen und eingeklemmt werden. Auslöser kann auch eine frühere Verletzung oder die Überlastung durch Sportarten sein.

Regel für die Behandlung bei leichten Verletzungen, wie Prellungen und Zerrungen

Die konservative Methode ist die bestbewährte Therapie:

  • Schonung,
  • gezieltes Muskeltraining, also Physiotherapie,
  • medikamentöse Behandlung.

"Falls keine Besserung eintritt und das Knie weiterhin gereizt ist, also dick und warm und mitunter sogar rötlich wird, ohne dass eine bakterielle Entzündung vorliegt, muss abgeklärt werden, ob ein operativer Eingriff sinnvoll ist."

Prof. Joachim Grifka

Therapie: Kältebehandlung

Bei akuten Verletzungen wie z.B. beim Sport oder wenn durch Überlastung eine Schwellung im Kniegelenk entsteht und das Knie leicht warm wird, ist eine Kühlung die beste Heilmethode. Dadurch wird der Stoffwechsel angeregt, der Erguss wird von der Schleimhaut wieder aufgesogen und abtransportiert.

Wichtig:

Auch hier sollte vor der Behandlung abgeklärt werden, ob nicht eine bakterielle Infektion vorliegt.


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