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Typische Krankheiten des Knies Gicht, Rheuma und Arthrose

Es gibt Stoffwechselveränderungen, die den ganzen Körper betreffen wie rheumatische Erkrankungen, die Gicht und die Pseudogicht. Beim Knie können sie Symptome auslösen, die auf den ersten Blick ähnlich sind, wie Schwellungen, Rötungen und diffuse Schmerzen.

Stand: 27.05.2018

Ein durch Arthrose geschwollenes Kniegelenk  | Bild: Prof. Dr. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach

Gicht: Folgen in den Knien

Bei Gicht lagern sich in den Gelenken, Schleimbeutel, Sehnen, in der Haut und im Ohrknorpel Harnsäurekristalle ab. Sie verursachen heftige Gelenkreizungen und große Gelenkschäden - durch die harten Kristalle wird Gewebe zerstört. Im Falle des Knies könnensie den Meniskus oder den Knorpel zersetzen.

Etwa 80 Prozent der Gichtpatienten sind Männer. Die Krankheit trifft sie meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Frauen bekommen die Gicht oft erst später.

Rheuma: Auch die Knie betroffen

Der Begriff "Rheuma" kommt aus dem Griechischen und bedeutet einen ziehenden, reißenden Schmerz. Unter dem Sammelbegriff "Rheuma" fassen Ärzte über 100 verschiedene Erkrankungen zusammen, die durch körpereigene Entzündungen hervorgerufen werden. Diese Erkrankungen sind meist schmerzhaft und betreffen Menschen aller Altersklassen – sogar Kinder können an Rheuma erkranken.

Unter allen rheumatischen Krankheitsformen ist die rheumatoide Arthritis, auch chronische Polyarthritis genannt, die häufigste chronische Gelenkentzündung. Dabei entzündet sich die Innenhaut von Gelenken, Sehnenscheiden und Schleimbeutel. Diese Entzündung der Schleimhaut kann den gesunden Knorpel zerstören.

"Die rheumatoide Arthritis ist eine autoimmune Erkrankung. Dabei verändert sich die eigene Schleimhaut des Körpers entzündlich. Diese Schleimhaut wird so aggressiv, dass sie sich auf dem Gelenkknorpel fortfrisst und vom Rand her die Gelenkfläche  zerstört."

Prof. Joachim Grifka

Arthrose des Kniegelenks

So sieht ein Kniegelnk im Idealfall aus Hier im Bild:Ein Röntgenbild eines gesunden menschlichen Knies.

Die Arthrose des Kniegelenks, Gonarthrose genannt, ist eine  Abnutzungserscheinung der Gelenke. Etwa fünfzehn Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Arthrose. Der fortschreitende Gelenkverschleiß führt dazu, dass der Knorpel im Kniegelenk aufgerieben und komplett zerstört wird.

Ursache: Eine Verletzung des Knies und seiner Strukturen, wie ein Kreuzbandriss oder ein Schaden des Meniskus, können die Erkrankung begünstigen. Ursache können übermäßige Belastungen, angeborene oder unfallbedingte Veränderungen der Gelenke, aber auch knöcherne Deformierung durch Knochenerkrankungen sein. Arthrose kann auch eine Gelenkreizung mit Ergussbildung hervorrufen.

Therapie: Wärmebehandlung

Nur wenn das Knie keine akute Rötung hat, also keine Rötung oder Überwärmung vorliegen, hilft vorübergehend die Wärme. Sie führt zur Entspannung der Muskulatur. Der Besuch einer Therme oder auch ein warmes Bad sind in diesem Fall sehr zu empfehlen.

Bei akuter Symptomatik: Kälte

Bei Überwärmung, Rötung und Schwellung darf natürlich nicht noch zusätzlich gewärmt werden. Bei einer solchen akuten Symptomatik ist die Schleimhaut gereizt. Dann hilft Kälte, z.B. mit einem cold pack. ACHTUNG: Nicht direkt auf die Haut, sondern ein Tuch unterlegen, damit keine Hautschäden entstehen!

Zur Anregung des Stoffwechsels und eine gute Reduktion der Schleimhautreizung und Ergussbildung sollte die Kühlung immer nur ca. zehn Minuten auf einer Stelle sein. Dann den cold pack auf eine andere Stelle legen und so den Stoffwechsel zur Verminderung des Ergusses anregen.


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