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Hintergrund Das Knie

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Nachbehandlung Gehen mit dem künstlichen Kniegelenk

Die Mobilität wiederherzustellen ist das Ziel der Nachbehandlung. Meist fängt man damit schon am Tag der Operation an. Auch Schmerzen sollen vermieden werden.

Stand: 27.05.2018

Patient nach einer Knieoperation bei der Physiotherapie im Rehazentrum Schwerin | Bild: picture-alliance/dpa

Wann man bewegen muss

Sobald die Drainage aus dem Gelenk entfernt wurde, muss das Kniegelenk durchbewegt werden. Es wird gestreckt und gebeugt. Das gilt für eine Meniskus- oder Kreuzbandrissoperation wie für die Einpflanzung einer Knieprothese. Wichtig ist, dass der Patient die volle Streckung erreicht. Denn nur wer ein gestrecktes Bein hat, hat auch keinen Druck unter der Kniescheibe.

"Wer das Knie nicht richtig strecken kann, hat einen erhöhten Anpressdruck an der Kniescheibe. Auf Dauer entsteht dadurch ein Schmerz vorne im Kniegelenksbereich."

Prof. Grifka, Direktor der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg

Wann man vorübergehend nicht bewegen darf

Bei Knorpeltransplantationen oder bei Bandrekonstruktionen darf der Patient sein Knie nicht sofort bewegen. Hier muss der Eingriffsbereich in Ruhe heilen. Dafür verwendet man – nach der Operation – Schienen, damit das Gelenk in einer Position bleibt oder nur ganz wenig bewegt und erst nach Wochen freigegeben wird.

Regel: In diesen Fällen kann erst nach sechs Wochen die volle Bewegungstherapie beginnen.

Wann wird man schmerzfrei?

Nach einer Meniskusoperation wird man fast sofort beschwerdefrei. Vielleicht spürt man die Schwellung, aber auch sie klingt sehr bald ab. Nach der Einpflanzung einer Prothese dauert es einige Tage, bis der umfangreiche Eingriff verheilt ist. Die Empfindlichkeit des Knies ist nach etwa zwei Wochen vorbei, aber die richtigen Schmerzen sollten gleich in der ersten Woche nachgelassen haben.

Viel bewegen – wenig belasten

Bewegung ist wichtig für ein gesundes Kniegelenk. Besonders gut eignet sich dafür das Fahrradfahren.

Das Motto für das erneuerte Kniegelenk ist viel bewegen und wenig belasten. Der Erhalt und die Neubildung des Knorpels verlangt Bewegung. Seine Ernährung wird durch die Flüssigkeit im Kniegelenk gewährleistet. Dazu trägt eine regelmäßige Bewegung bei, die jedoch ohne großen Druck auf den Gelenkknorpel auszuüben ist, andernfalls wird sein Stoffwechsel gestört.

"Sehr gut ist dafür Radfahren, da dabei das Körpergewicht auf dem Sattel lastet. Auch Nordic-Walking ist empfehlenswert: Durch die Stöcke wird das Körpergewicht besser verteilt. Ebenfalls sehr gut ist Schwimmen. Eine Gefahr bedeuten jene Sportarten, die mit heftigen Drehbewegungen der Beine verbunden sind, wie Fußball oder Tennis, oder die eine maximale Belastung der Gelenke z.B. mit Sprungbelastung mit sich bringen."

Prof. Joachim Grifka


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