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Präventiv essen Durch gesunde Ernährung Krankheiten vorbeugen

Gesunde Ernährung verringert das Risiko für bestimmte Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes Typ 2. Aber kann das richtige Essen auch Krankheiten verhindern oder gar heilen?

Von: Uli Hesse

Stand: 26.02.2019

Bagle, Müsli, Milch und Honig | Bild: colourbox.com

Wer seine Ernährung umstellt, sich mehr bewegt und dadurch abnimmt, kann das Risiko für Folgekrankheiten stark senken. Denn Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen nicht erst bei starker Fettleibigkeit.

"Wir arbeiten nicht mehr körperlich schwer auf dem Feld und verbrauchen Kalorien, sondern leben in einer Wohlstandswelt. Wenn wir hungrig zum Einkaufen gehen und statt täglich 2.000 auf einmal 4.000 Kilokalorien zu uns nehmen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn wir zunehmen."

Prof. Dr. Julia Mayerle

Ist Prävention möglich?

Mehrere Faktoren beeinflussen die Gesundheit, darunter Schlaf, Stress, Ernährung, Alkohol, Nikotin, körperliche Aktivität und Umwelteinflüsse. Wer sich also gesund ernährt, aber nur auf der Couch sitzt, verhindert noch keine Erkrankungen. 'Heilen' kann Ernährung alleine sicher nicht. Aber wer abnimmt, kann sein Diabetes-Risiko um bis zu 90 Prozent senken und das Risiko einer koronaren Herzerkrankung um 80 Prozent.

"Übergewicht und Folgeerkrankungen sind verursacht durch eine Mischung aus genetischer Veranlagung und äußeren Umständen. Manchmal bleibt unklar, ob Übergewicht in einer Familie an den Genen liegt oder daran, dass Oma gut kocht und ihre Kochkünste an Tochter und Enkel weitergegeben hat."

Prof. Dr. Julia Mayerle

Wohlstandskrankheit Gicht

Gicht wird durch Übergewicht, übermäßigen Alkoholgenuss und eine purinreiche Ernährung ausgelöst; meist kommt eine erbliche Veranlagung hinzu. Eine Ernährung unter anderem mit viel tierischem Eiweiß aber auch beim Konsum von Sojaprodukten und einer verminderten Flüssigkeitszufuhr kann in Abhängigkeit von der Nierenfunktion aufgrund eines erhöhten Harnsäurespiegels zur Ablagerung von Kristallen in den Gelenken und Nieren führen. Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Innereien, Leber, Wurst, manche Fischarten und Gemüsesorten enthalten viele Purine. Durch eine Umstellung des Essverhaltens kann der Harnsäurespiegel reduziert und das Krankheitsbild verbessert werden.

"Wenn Sie in Frankreich durch die Sterne-Restaurants tingeln und Froschschenkel und viel tierisches Eiweiß zu sich nehmen, kann ein guter Rotwein dann durchaus zum Gichtanfall führen. Leben wie Gott in Frankreich."

Prof. Dr. Julia Mayerle

Wer sollte seine Ernährung umstellen?

Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch und ohne viel Fett und Zucker ist für einen gesunden Menschen ausreichend, um das Risiko für sogenannte Wohlstandskrankheiten so weit wie möglich zu verringern. Bestimmte Erkrankungen wie etwa Diabetes erfordern in jedem Fall eine entsprechende Umstellung der Ernährung, um die Blutzuckerwerte unter Kontrolle zu halten. Wer unter Lebensmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie oder an chronischen Magen-Darm-Erkrankungen leidet, muss bestimmte Lebensmittel meiden und in seltenen Fällen mit Nahrungsergänzungsmittel nachhelfen.

"Letztendlich beugt am besten vor, wer sich an die zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält. Dann haben Sie alles getan, was geht. Mein Tipp: Gesunde Ernährung und Bewegung sind das Geheimnis zum Erfolg."

Prof. Dr. Julia Mayerle


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