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Wachstum der Prostata Ist eine Prostatavergrößerung gefährlich?

Veränderungen kleiner Zellverbände, die langfristig zu Prostatakrebs führen können, sind sehr häufig, und man findet sie auch schon bei jungen Männern. Die meisten dieser Veränderungen bzw. die möglicherweise daraus entstehenden Tumore spielen aber keine Rolle. Etwa 80 Prozent aller 80-Jährigen haben ein sogenanntes latentes Prostatakarzinom, das heißt ein kleines und sie nie beeinträchtigendes Karzinom, welches sie sozusagen begleitet.

Stand: 23.01.2019

Nicht jede Veränderung bzw. Vergrößerung der Prostata ist gleich ein Krebs - es gibt auch gutartige Vergrößerungen - im Bild: Älterer Mann im Gespräch mit seinem Arzt | Bild: colourbox.com

Muss man denn mit einem Prostata-Problem rechnen?

"Etwas salopp gesagt, bekommt jeder Mann ein Prostatakarzinom - er muss nur alt genug werden. Aber das ist keine schlechte Nachricht, denn die meisten Karzinome spielen für die Patienten keine Rolle und werden weder Lebenszeit noch -qualität beeinträchtigen. Aggressivere Karzinome in jüngeren Jahren sind nichtsdestotrotz häufig und müssen behandelt werden. Hier stehen aber viele effektive therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung. Eine gutartige Vergrößerung der Prostata bekommen viele Männer, etwa ein Viertel aller Männer werden auch Beschwerden beim Wasserlassen bekommen. Aber auch dafür stehen effektive Therapien zur Verfügung."

Prof. Dr. Maximilian Burger, Urologe am Caritaskrankenhaus St. Josef in Regensburg

Warum gerade die Prostata häufiger zu gut- und bösartigem Wachstum neigt als andere Organe, ist nicht wirklich bekannt. Aber es ist wahrscheinlich, dass dies mit dem Hormonhaushalt zu tun hat. Diese Abhängigkeit der Prostata vom männlichen Geschlechtshormon macht sich letztlich aber auch die Therapie zunutze.

Die gutartige Prostatavergrößerung

Die Beschwerden sind bei einer gutartigen Veränderung deutlicher als bei einem Prostatakarzinom, da die Zunahme des Gewebes die Harnröhre im Bereich der Prostata komprimiert und so das Wasserlassen erschwert.

Welche Beschwerden treten auf?

Die Beschwerden beim Wasserlassen können in sogenannte obstruktive und irritative Symptome unterteilt werden.

  • Obstruktive Beschwerden entstehen mehr oder weniger direkt durch die mechanische Behinderung des Harnabflusses. Die häufigsten Symptome sind ein schwacher Harnstrahl, die Notwendigkeit von Pressen beim Wasserlassen oder das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung. Unter Umständen kann bei deutlicher Vergrößerung auch ein sogenannter Harnverhalt auftreten, bei dem eine Entleerung der Blase meist urplötzlich nicht mehr möglich ist. Diese sehr schmerzhafte Situation erfordert eine sofortige Behandlung, in der Regel die Einlage eines Blasen-Katheters.
  • Irritative Beschwerden entstehen durch eine Überaktivität der Harnblase aufgrund der ungünstigen Druckverhältnisse und der veränderten Regulation der Sensorik der Harnblase. Sie äußern sich in häufigem, plötzlichem und starkem Harndrang. Diese Beschwerden schränken die Lebensqualität teils deutlich ein, gerade auch durch das häufigere Wasserlassen nachts.

Sämtliche Beschwerden lassen sich medikamentös und operativ gut behandeln. Eine Therapie muss erfolgen, wenn die Entleerung der Harnblase nicht mehr komplett ist und es zu einer Bildung von größeren Mengen Restharns kommt. Eine Therapie sollte weiterhin erfolgen, wenn der Mann in seiner Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist.


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